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Geschichte(n) ausgestellt (Serie, Teil 10)

Blick in die Wunderkammer

In den Museen haben sich reizvolle Kuriositäten erhalten, wertvolle Sammlerstücke oder zunächst unscheinbar wirkende Objekte, die ihre historische Aussagekraft erst bei genauerem Hinsehen gewinnen. Gehen Sie im letzten Teil unserer Serie mit uns auf Entdeckungsreise! Im Historischen Museum Basel regt beispielsweise ein kleines Einhorn-Relief aus Walrosszahn dazu an, sich etwas eingehender mit den literarischen Ursprüngen dieses Fabeltiers zu beschäftigen.

Am Beginn der Geschichte des Einhorns steht eine merkwürdige Legende, die um 398 v. Chr. der griechische Arzt Ktesias von Knidos erzählt hat. In seiner Schrift „Indika“ berichtet er von „wilden Eseln, so groß oder größer noch als Pferde“, die es im fernen Indien gebe (das er übrigens nie betreten hat). Das auffälligste Merkmal dieses Tieres sei ein einziges Horn von etwa anderthalb Fuß Länge, das ihm auf der Stirn wachse. Weiter berichtet er: „Diese Tiere sind außerordentlich schnell und kraftvoll; kein anderes, weder ein Pferd noch irgendeins sonst, kann sie deswegen einholen.“ Greife man es an, werde es sehr gefährlich. Zu alledem besitze sein Horn eine erstaunliche Heilkraft: „Wer aus einem dieser zu Trinkgefäßen verarbeiteten Hörner trinkt, leidet … nicht mehr an Magenkrämpfen oder … Epilepsie. Er wird sogar immun gegenüber Giften“, behauptete Ktesias.

Die Geschichte sollte sich als außerordentlich folgenreich erweisen, denn ausgehend von ihr hielt das Fabeltier seinen Einzug in die Kulturgeschichte der nächsten 2000 Jahre. Von dem seltsamen Tier mit dem einen Horn weiß nämlich auch die Bibel mehrfach zu berichten. An einer Stelle wird sogar Gottes Herrlichkeit mit dem Horn des Einhorns verglichen (Deuteronomium 33, 17). Das große, machtvolle, gehörnte Tier (das niemand kannte, das aber auf jeden Fall kein Stier war, denn es wurde mit diesem zusammen genannt), wurde im Hebräischen als re’em bezeichnet, als monókeros im Griechischen und als unicornus im Lateinischen. Von diesem „unicornis“ berichtet später auch Plinius in seiner „Historia naturalis“ (um 79 n. Chr.). …

Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 10/2012.

Dr. Marlene P. Hiller/Dr. Heike Talkenberger

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