Wolfgang Amadeus Mozart Das wundersame Genie - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Wolfgang Amadeus Mozart

Das wundersame Genie

Zu seinem 250. Geburtstag am 27. Januar wird Wolfgang Amadeus Mozart weltweit gefeiert. Schon für seinen väterlichen Freund Joseph Haydn war Mozart „der größte Componist, den ich von Person und Nahmen nach kenne“.

Leopold Mozart, der Vater des „Wunderkindes“ Wolfgang Amadeus, wird 1719 in Augsburg als Sohn eines Buchbindermeisters geboren. Nach Gymnasial- und abgebrochenen Universitätsstudien heiratet er 1747, inzwischen Hofgeiger in Salzburg, die aus einer Salzburger Beamtenfamilie stammende Anna Maria Pertl. Von den sieben Kindern überleben nur die am 30. Juli 1751 geborene Maria Anna (Nannerl) und der am 27. Januar 1756 geborene Johann Chrysostomus Wolfgang Theophilus (= lateinisch Amadeus). Der umfassend gebildete Vater erkennt bald die einzigartige musikalische Begabung des Sohnes und fördert sie als Lehrer und Erzieher von Anfang an („Ich bin diese Handlung dem allmächtigen Gott schuldig, sonst wäre ich die undankbarste Creatur“). Unter seinen Augen entstehen die ersten kleinen Klavierstücke des Fünfjähri?gen. 1762 beginnt der Vater Leopold Mozart die Konzertreisen seiner Kinder mit einer Fahrt nach München. Wolfgang und seine ebenfalls hochbegabte Schwester Nannerl präsentieren sich auf dem Klavier vor dem Kurfürsten Max III. Joseph, im selben Jahr auch in Wien vor Maria Theresia.

Als Vater Mozart etwa Anfang 1763 mit dem befreundeten Hoftrompeter Schachtner und einem Geiger ein Trio spielt, bittet Wolfgang, die zweite Geige mitspielen zu dürfen. Der Vater verbietet dies zunächst, weil er noch keine Unterweisung im Violinspiel bekommen habe. Auf Ersuchen Schachtners wird Wolfgang dann aber doch gestattet, bei ihm leise die zweite Geige mitzuspielen. Bald hört Schachtner, daß er ganz überflüssig ist, und legt seine Geige beiseite. Zum großen Erstaunen der Beteiligten spielt Wolfgang den Part allein weiter.

Im Juni 1763 bricht Leopold Mozart mit seiner Familie zu einer dreijährigen Reise auf, „um der Welt das größte Wunder darzustellen, dessen sich Europa und die Menschheit überhaupt rühmen kann“. Der Weg der Mozarts führt nach Schwetzingen. Dort musizieren Wolfgang und Nannerl vor dem Kurfürsten Karl Theodor. In Frankfurt hört die Familie Goethe ein Konzert der Kinder.

Ein erstes Hauptziel auf der strapazenreichen Fahrt mit vielen Konzertaufenthalten ist Paris. Hier spielen die Kinder mehrmals bei Hof, hier erscheinen die ersten Druckwerke des Siebenjährigen. Von April 1764 bis Juli 1765 hält sich die Familie in England auf. Wolfgang und Nannerl werden von König Georg III. und seiner Gemahlin herzlich empfangen. Prägend ist für ihn die Bekanntschaft mit dem jüngsten Bach-Sohn Johann Christian, dem Musikmeister der Königin. Nicht zuletzt unter dessen Einfluß entstehen die ersten Sinfonien des Acht- bis Neunjährigen. Gerade in London wird die unbegreifliche Frühentwicklung Wolfgangs deutlich. Leopold Mozart schreibt am 28. Mai 1764: „… das, was er gewust, da wir von Salzburg angereist, ist ein purer Schatten gegen demjenigen, was er iezt weis. Es übersteiget alle Einbildungskraft.“

Anzeige

Die Rückreise erfolgt über Den Haag, Brüssel und Paris. Nach dreieinhalb Jahren ist die Familie wieder zu Hause in Salzburg. Die große Weltreise hat Wolfgang die Eröffnung eines europäischen Horizonts und damit wertvolle Erkenntnisse und An?regungen vermittelt. In Salzburg entsteht mit „Apollo et Hyacinthus“ für das Theater des Benediktiner-Gymnasiums das erste vollständige Bühnenwerk des Elfjährigen. Noch im selben Jahr 1767 reisen Leopold und die beiden Kinder nach Wien. In Wien regt Kaiser Joseph II. die Komposition einer komischen Oper an, doch Intrigen verhindern ihre Aufführung. Bei dem berühmten Magnetiseur Franz Anton Mesmer soll das Singspiel „Bastien und Bastienne“ seine erste Aufführung erlebt haben. Im Beisein des Hofes dirigiert Wolfgang zur Einweihung der Kirche des Waisenhauses am Rennsteig seine „Waisenhaus-Messe“ und ein verschollenes Trompetenkonzert. Zurück in Salzburg, ernennt ihn Erzbischof Siegmund von Schrattenbach zum dritten unbesoldeten Konzertmeister der Hofkapelle.

Um nicht zu warten, „bis der Wolfg: in den Jahren und demjenigen Wachsthum kommt, die seinen Verdienste die Verwunderung entziehen“, macht sich der vorausschauende Vater Mozart mit dem Sohn im Dezember 1769 auf die erste von insgesamt drei Italien-Reisen. Wer im 18. Jahrhundert in der Musik etwas gelten will, der muß nach Italien gehen. Der junge Mozart kann hier die italienische Oper kennenlernen, dazu viele Komponisten, Sänger und Sängerinnen mit all ihren Künstlerlaunen. In Bologna, wo er Fugenstudien bei dem berühmten Musiktheoretiker Padre Martini betreibt, wird Mozart nach einer glänzend bestandenen Prüfung in die Accademia filarmonica aufgenommen. Im Juli desselben Jahres erhält er vom Papst die Insignien des Ordens vom Goldenen Sporn. Für Mailand schreibt Mozart auf Bestellung drei Opern: „Mitridate“ (1770), „Ascanio in Alba“ (1771) und „Lucio Silla“ (1772).

Zurück von den großen Reisen, widmet sich das gereifte Genie seinen Verpflichtungen unter dem im März 1772 gewählten Erzbischof Hieronymus Colloredo. Für die Hochämter im Dom, die nach einer Verordnung Colloredos nur noch eine Dreiviertelstunde dauern dürfen, komponiert Mozart seine zwangsläufig kurzen Salzburger Messen. In diese Jahre fallen Konzerte für die Violine oder die beliebten Serenaden wie die große „Haffner-Serenade“ zur Hochzeit der Bürgermeisterstochter Elisabeth Haffner. 1774 schreibt Mozart die komische Oper „La finta giardiniera“. Die Uraufführung im Münchner Salvatortheater in Anwesenheit des Hofes wird ein schöner Erfolg. Prophetisch schreibt der Ohrenzeuge Christian Friedrich Daniel Schubart: „Wenn Mozart nicht eine im Gewächshaus getriebene Pflanze ist, so muß er einer der größten Komponisten werden, die je gelebt haben.“

Dr. Dr. h.c. Robert Münster

Anzeige

DAMALS | Aktuelles Heft

Bildband DAMALS Galerie

Anzeige

Wissenschaftslexikon

Hüh|ner|darm  〈m. 1u; unz.; Bot.〉 = Vogelmiere

kreis|frei  〈Adj.〉 ~e Stadt Stadt, die keinem Landkreis angehört, sondern einen Stadtkreis bildet

Sas|sa|fras|baum  auch:  Sas|saf|ras|baum  〈m. 1u; Bot.〉 nordamerikan. Lorbeergewächs: Sassafras officinale ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige