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Chronologie

Der Erste Weltkrieg 1914–1918

Von der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand bis zur Unterzeichnung des Waffenstillstands – der Erste Weltkrieg im Überblick.

1914 28. Juni In Sarajevo werden der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Ehefrau von serbischen Nationalisten ermordet. Im Verlauf der folgenden Wochen („Juli-Krise“) verschärft sich der regionale Konflikt zur europäischen Krise. 28. Juli Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien. Es folgen die Erklärungen Deutschlands an Rußland (1. August) und an Frankreich (3. August). Nach dem deutschen Einmarsch in Belgien tritt Großbritannien dem Krieg auf seiten der russisch-französischen Entente bei (4. August). Im Verlauf des Weltkrieges bleiben nur 17 Staaten auf Dauer neutral, darunter die Niederlande, Spanien, Mexiko und die Schweiz. Insgesamt werden zwischen 1914 und 1918 bei allen kriegführenden Staaten etwa 70 Millionen Männer mobil gemacht. 12. September Das Gros der deutschen Armeen stößt über Belgien nach Nordfrankreich vor. Am 12. September findet die Offensive in der Schlacht an der Marne ihr Ende. Bis Anfang November verlagern sich die Kämpfe bis an die Kanalküste. Die Armeen gehen zum Stellungskrieg über. 29. Oktober Das Osmanische Reich tritt auf seiten der Mittelmächte in den Krieg ein. Bis zum Eintritt des Winters liefern sich Österreicher und Russen schwere Kämpfe in Galizien.

1915 22. Februar Beginn des uneingeschränkten U-Boot-Krieges der deutschen Kriegsmarine. Diese Maßnahme provoziert die Gegnerschaft der neutralen USA, die hierdurch ihre Schiffahrt bedroht sehen. 25. April Beginn eines britisch-französischen Landungsunternehmens in Kleinasien (Halbinsel Gallipoli), das bis August unter Verlust von 180000 Mann scheitert. 2. Mai Durchbruch deutscher und k. u. k. Truppen bei Gorlice, wodurch die Russen zum Rückzug aus Galizien gezwungen werden. 9. Mai Beginn der französischen Frühjahrsoffensive im Artois. Wie alle weiteren Angriffe des Jahres scheitert diese jedoch an der Überlegenheit der Verteidigung im Stellungskrieg (nicht zuletzt durch den Einsatz des Maschinengewehrs). 23. Mai Italien, bislang (neutrales) Mitglied des Dreibundes, erklärt nach langem diplomatischem Ringen Österreich-Ungarn den Krieg. Beginn des Krieges in den Alpen. Bis Ende 1917 folgen elf italienische Offensiven am Isonzo mit Richtung auf Kärnten und Slowenien. Anfang Juli Beginn des deutschen Angriffs auf Rußland, der bis zum Herbst zur Besetzung Russisch-Polens führt. 22. September Beginn der französischen Herbstoffensive in der Champagne und im Artois. 6. Oktober Deutsch-österreichischer Angriff auf Serbien. Bis November ist das Land besetzt und besiegt.

1916 27. Januar Im Vereinigten Königreich wird die allgemeine Wehrpflicht eingeführt (das politisch unruhige Irland bleibt davon ausgenommen). 21. Februar Beginn des deutschen Angriffs auf die Festung Verdun (bis Juni). Die Schlacht wird zum Inbegriff des Materialkrieges an der Westfront und fordert auf beiden Seiten rund eine halbe Million Tote und Verwundete. 31. Mai Seeschlacht am Skagerrak, die einzige große Seeschlacht des Weltkrieges (bis 1. Juni). 4. Juni An der Ostfront (Wolhynien) beginnt die russische Brussilow-Offensive. 1. Juli In Frankreich beginnt nach einer Woche Trommelfeuer an der Somme der Angriff britischer und französischer Truppen gegen die deutsche Front. Die Angriffe halten bis November an und fordern über 620000 Mann Verluste auf seiten der Entente, fast 500000 auf deutscher Seite. Im Verlauf dieser größten Schlacht des Weltkrieges kommt es erstmals zum Einsatz von Panzerkampfwagen (Tanks). 17. August Rumänien tritt der Entente bei und wird bis Dezember von den Mittelmächten erobert. 1. November Errichtung des Kriegsamtes zur Zentralisierung aller kriegswirtschaftlichen Maßnahmen im Deutschen Reich. Die sich verschlechternde Ernährungssituation mündet in den „Steckrübenwinter“ 1916/17. 5. November Proklamation eines Königreichs Polen durch die Mittelmächte. Die hierdurch erhoffte Unterstützung im Kampf gegen Rußland bleibt allerdings aus. 12. Dezember Friedensangebot der Mittelmächte an den US-Präsidenten Woodrow Wilson. Die Reaktion der Entente ist ablehnend.

1917 8. März In Rußland bricht die Revolution aus, Zar Nikolaus dankt ab. Eine Provisorische Regierung (Kerenski) wird gebildet. Diese ist entschlossen, den Krieg weiterzuführen. 6. April Nachdem das Deutsche Reich am 1. Februar den zwischenzeitlich ab?gebrochenen uneingeschränkten U-Boot-Krieg wiederaufgenommen hatte, erklären die USA Deutschland den Krieg. 7. April In seiner „Osterbotschaft“ kündigt Kaiser Wilhelm II. Wahlrechtsreformen für die Zeit nach dem Krieg an. 11. April Als revolutionäre und kriegsgegnerische Abspaltung von der SPD gründet sich in Gotha die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD). Im Reich gewinnen die Proteste gegen den Krieg an politischem Charakter. 16. April Französische Offensive am Chemin des Dames (Nivelle-Offensive), die nach ihrem Zusammenbruch zu Meutereien in der französischen Armee führt. 7. Juni Beginn der britischen Angriffe in Flandern, die bis November andauern. 6. Juli Bildung des Interfraktionellen Ausschusses im Reichstag, der den Beginn der Parlamentarisierung darstellt. Am 14. Juli tritt Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg zurück. 1. August Friedensnote Papst Benedikts XV., der den Krieg schon zuvor als „unnötiges Massaker“ bezeichnet hat. Sein diplomatischer Vorstoß stößt jedoch bei allen Kriegsbeteiligten auf Ablehnung. 24. Oktober Ein Durchbruch deutscher und österreichischer Truppen am Isonzo (Caporetto) bringt Italien an den Rand der Niederlage. 7. November In Rußland bricht die Oktober-Revolution aus. Die Bolschewiki treten mit den Mittelmächten in Waffenstillstandsverhandlungen.

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1918 8. Januar Präsident Wilson präsentiert mit „Vierzehn Punkten“ die Friedensbe?dingungen der USA. Im selben Monat kommt es in Österreich-Ungarn und Deutschland zu Streiks und Demonstrationen. 3. März Die Bolschewiki unterzeichnen den Frieden von Brest-Litowsk. Die Mittelmächte gewinnen hierdurch Ter?ritorium im Osten und militärische Handlungsfreiheit im Westen. 21. März Beginn der deutschen Frühjahrsoffensive in Frankreich. Die Angriffe werden bis Juli fortgesetzt, bringen aber nicht den erhofften Erfolg. Ende Juni Am Piave scheitert die letzte Offen?sive der Habsburger-Monarchie gegen Italien, das nun seinerseits zum Angriff antritt. 29. September Die deutsche Oberste Heeresleitung fordert die Aufnahme von Waffenstillstandsverhandlungen. Nach dem Antritt Max von Badens als Reichskanzler am 3. Oktober entsteht erstmals im Kaiserreich eine Regierung auf parlamentarischer Basis. 28. Oktober Ausrufung der Republik Tschecho?slowakei. In allen Teilen der Donaumonarchie kommt es zu politischen Unruhen. 29. Oktober Teile der deutschen Hochseeflotte verweigern den Befehl zum Auslaufen. Über die Marinestandorte brei-tet sich vom 3. November an die Revolution aus. 9. November Mit seinem Hofzug verläßt Kaiser Wilhelm II. das Hauptquartier in Spa. Sein Ziel sind die neutralen Niederlande. Erst am 28. November unterzeichnet er dort die Abdankungser?klä?rung. In Berlin ruft der SPD-Politiker Philipp Scheidemann (1865–1939) vom Balkon des Reichstags die Republik aus. 11. November Deutschland unterzeichnet den Waffenstillstand. An der Spitze der Waffenstillstandskommission steht der Zentrumspolitiker Matthias Erzberger. Die sich anschließenden Friedensverhandlungen münden in die Friedensschlüsse von Versailles für Deutschland (28. Juni 1919), St. Germain für Österreich (10. September 1919) und Schloß Trianon für Ungarn (4. Juni 1920). Insgesamt verloren im Ersten Weltkrieg 8,6 Millionen Soldaten ihr Leben, dazu kamen über 5,9 Millionen zivile Opfer.

Dr. Markus Pöhlmann

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Kamm  〈m. 1u〉 1 Gerät zum Ordnen, Reinigen od. Halten des Haares, oft als Schmuck (Zier~, Staub~) 2 Gerät zum Entfernen kurzer Woll–, Flachs– od. Baumwollfasern aus der Rohfaser (Weber~) … mehr

kor|ro|siv  〈Adj.〉 Korrosion hervorrufend, zernagend, zerfressend, die Oberfläche chemisch angreifend, Gewebe zerstörend [→ Korrosion … mehr

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