Malthus, Darwin und die Folgen Der Nährboden des Rassenwahns - wissenschaft.de
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Malthus, Darwin und die Folgen

Der Nährboden des Rassenwahns

Die Überzeugung, dass manche Rassen wertvoller seien als andere, und die Idee, „unwertes Leben“ einfach auszulöschen, ist keine Erfindung der Nationalsozialisten. Schon im 19. Jahrhundert entstanden radikale biopolitische Theorien, keineswegs nur in Deutschland. Sie lieferten die Grundlagen, die später zum mörderischen Rassenwahn führten.

Das 19. Jahrhundert warf zunehmend neue Fragen auf: Die Industrialisierung, die Urbanisierung mit der Bevölkerungsballung in den industriellen Metropolen Europas und Nordamerikas, aber auch die Entstehung der biologischen Wissenschaften waren Anlass eines neuen Wissensdurstes. Es ging um Fragen wie diese: Bestehen Zusammenhänge zwischen biologischen Phänomenen mit ihren Gesetzmäßigkeiten und den neuen gesellschaftlichen Lebensbedingungen? Gibt es biopolitische Grenzen der gesellschaftlichen Entwicklung, des bioökonomischen Wachstums? Woher kommt der Mensch, wohin entwickelt er sich, welches sind die ökonomischen und biologischen Bedrohungen individueller und gesellschaftlicher Existenz? Und nicht zuletzt: Wie ist der gesellschaftliche Wert des Menschen zu definieren? Leitfragen wie diese bestimmten das Denken der Nationalökonomie, der Entwicklungs- und Vererbungslehre, der entstehenden „Rassenhygiene“ sowie des „Euthanasie“-Denkens und fanden ihre Antworten in neuen Theorien. Diese wurden zunehmend auf die Bedingungen des sozialen Lebens angewandt.

Vor der Zeit von Verstädterung und rapider Zunahme der Bevölkerung war man in der absolutistischen Nationalökonomie generell davon ausgegangen, dass eine wachsende Bevölkerung auch eine größere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes bedinge. Der britische Staatswirtschaftler und Sozialphilosoph Thomas Robert Malthus widersprach dieser Ansicht bereits 1798 in seinem Aufsatz „An essay on the principle of population“ („Versuch über die Bedingungen und die Folgen der Volksvermehrung“, 1807) vehement. Er befürchtete, dass die Bevölkerung stärker wachse als die Ernährungswirtschaft, die durch das „Gesetz vom abnehmenden Bodenertrag“ gebremst werde. Malthus begründete damit nicht nur die Tatsache, dass es Armut, Hunger und Krankheit gab, sondern auch die Entstehung städtischer Elendsquartiere. …

Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 04/2013.

Prof. Dr. Wolfgang Uwe Eckart

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