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Theatermensch Molière

Dichter des Sonnenkönigs

Die Stücke des französischen Dichters Molière (1622–1673) bestechen durch ihren Humor. Dabei war die Frage, was er seinen Zeitgenossen zumuten konnte, für den Dichter eine stete Gratwanderung. Ein Vorteil: Ludwig XIV. war dem Dichter wohlgesonnen.

Mit seinem Stück „Le Tartuffe“, hatte Molière wohl eine Grenze überschritten. Nach der Aufführung am Hof in Versailles im Mai 1664 belegte der Erzbischof von Paris das Publikum mit Exkommunikation. Warum die Aufregung? In dem Stück nimmt Molière das Verhalten religiöser Eiferer ins Visier. Der Protagonist Tartuffe ist ein solcher „Devoter“. Der Dichter nahm sich hier wohl die Laienprediger der „Compagnie du Saint Sacrement“ zum Vorbild, die sich damals reichen französischen Familien als religiös-spirituelle Führer anboten.

Die Titelfigur Tartuffe schleicht sich bei dem reichen Orgon ein, manipuliert ihn und macht ihn sich hörig. Unter dem Deckmantel der frommen Anständigkeit lebt er nun wie die Made im Speck und macht sich sogar an die Damen des Hauses heran, frei nach dem Motto: „Das Böse ist nur wirklich, falls es die Welt erfährt, / Der Frevel wird erst Frevel, wenn Ärgernis entsteht.“ Dem Bischof von Paris ging dieser Missbrauch von Religion für die persönliche Karriere entschieden zu weit.

Ludwig XIV. (1638–1715) taktierte. Er verbot weitere Aufführungen. Innenpolitisch passte es ihm zwar einerseits ins Kalkül, die religiöse Opposition verächtlich zu machen, schließlich kritisierten die „Devoten“ seine Mätressenwirtschaft. Andererseits versuchte der König, sich außenpolitisch beim Papst gegen den Erzfeind Habsburg zum „Allerchristlichen Herrscher“ zu stilisieren…


Autorin: Dr. Birgit Bernard

Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 11/2021

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♦ Elek|tro|kar|dio|gra|phie  〈f. 19; unz.; Med.〉 = Elektrokardiografie

♦ Die Buchstabenfolge elek|tr… kann in Fremdwörtern auch elekt|r… getrennt werden.

He|li|o|stat  auch:  He|li|os|tat  〈m. 16; Astron.〉 Gerät mit Spiegeln, die durch ein Uhrwerk derart bewegt werden, dass das Bild eines Gestirns (der Sonne) ständig in ein feststehendes Fernrohr geworfen wird … mehr

xan|tho|derm  〈Adj.; Med.〉 gelbhäutig [<grch. xanthos … mehr

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