Die Abschaffung der Sklaverei Die erste Bewegung für Menschenrechte - wissenschaft.de
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Die Abschaffung der Sklaverei

Die erste Bewegung für Menschenrechte

Sie begann 1787 klein und bescheiden, entwickelte sich aber rasant und mobilisierte bald Hunderttausende von Menschen: die Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei in Großbritannien. Und von dort aus machte sie weltweit Schule.

Als sich an einem Frühjahrstag des Jahres 1787 zwölf schwarzgekleidete Männer mit hohem Hut in einer kleinen Buchdruckerei im Zentrum Londons trafen, konnte sich keiner von ihnen vorstellen, dass damit eine der größten, erfolgreichsten und global wirksamsten Bürgerrechtsbewegungen der Moderne begann: die Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei. Auch die Vorübergehenden, hätte man sie an diesem Nachmittag davon überzeugen wollen, dass die Sklaverei ein humanitäres Unrecht sei, hätten nur gelacht: 90 Prozent hätten die Männer als Spinner bezeichnet, zehn Prozent wären der Ansicht gewesen, dass ihr Anliegen zwar richtig sei, aber völlig unrealistisch, denn die Wirtschaft des britischen Empire würde ohne Sklavenhandel kollabieren. Nicht Freiheit, sondern Sklaverei, Zwangsarbeit und Leibeigenschaft waren der Normalzustand der Welt des späten 18. Jahrhunderts.

Doch wenige Jahre nach dem ersten Treffen der zwölf schwarzgekleideten Männer war die Abschaffung der Sklaverei, der Abolitionismus, zum bestimmenden Thema des politischen Lebens Großbritanniens geworden. In jeder größeren Stadt gab es ein Komitee, das dafür kämpfte, 300 000 Briten verweigerten den Konsum von Zucker von Sklavenplantagen, und 1807 verbot das Parlament den Sklavenhandel im Empire. Erst Jahre später wurde das Gesetz wirklich umgesetzt, doch etwas Grundsätzliches war geschehen, für das es in Europa keinen Vorläufer gab: Hunderttausende gingen auf die Straße, um sich für die Rechte anderer einzusetzen, die sie nicht kannten, deren Hautfarbe anders war, die auf einem anderen Kontinent lebten. Genau das hatte Stephen Fuller, den mächtigen Agenten der Plantagenbesitzer Jamaikas, so überrascht, als er die endlosen Unterschriftenlisten im britischen Parlament zur Kenntnis nehmen musste: „Es sind keine Rechtsverletzungen die Petitionäre selbst betreffend aufgeführt.“ Fullers Erstaunen ist verständlich. Er war mit der ersten Menschenrechtsbewegung der Moderne konfrontiert. …

Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 10/2013.

Prof. Dr. Ulrike von Hirschhausen

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