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Aufbegehren und Unterdrückung

Die Mauer: Höhepunkt des Terrors

Der Aufstand des 17. Juni 1953 wurde für die SED-Führung zum Trauma. Ein umfassendes System der Überwachung und Unterdrückung sollte eine mögliche Wiederholung verhindern. Endpunkt dieser Strategie war 1961 der Mauerbau.

Als Bundeskanzler Konrad Adenauer erfuhr, dass in Ost-Berlin und der „Ostzone“ am 17. Juni 1953 die Menschen massenweise gegen die Regierung protestierten, glaubte er zunächst wie andere westliche Politiker an eine Inszenierung der kommunistischen Machthaber. Bundesdeutsche Botschafter in der ganzen Welt kabelten nach Bonn, die Welt erblicke im Aufstand den Schrei der Deutschen nach Wiedervereinigung, Freiheit und Demokratie. Die Weltpresse war sich einig, dass der Aufstand eine Niederlage für die sowjetische Politik darstelle.

Die unmittelbaren Wurzeln des Aufstands lagen im Sommer 1952, als die SED-Spitze in Absprache mit der Moskauer Führung auf der II. SED-Parteikonferenz den „Aufbau der Grundlagen des Sozialismus“ proklamiert hatte. Infolge dieses Beschlusses kam es zu einem Vernichtungskampf gegen Selbständige, private Unternehmen, die freie Bauernschaft, die Kirchen und bürgerliche Mittelschichten. Zahlreiche Menschen verschwanden unter fadenscheinigen Gründen in Zuchthäusern. Die SED forcierte den Kampf gegen die evangelischen „Jungen Gemeinden“ und erklärte sie zu „illegalen Organisationen“. Etwa zwei Millionen Menschen wurden aus politisch-sozialen Gründen die Lebensmittelkarten entzogen. Sie mussten in den völlig überteuerten HO-Läden einkaufen, wo etwa ein Kilogramm Butter 20 Mark kostete – bei einem monatlichen Durchschnittseinkommen von 308 Mark. Das ohnehin niedrige Lebensniveau senkte sich weiter ab, die allgemeine Unzufriedenheit nahm rasch zu. Der Flüchtlingsstrom schwoll an und erreichte in der ersten Hälfte des Jahres 1953 ein bislang nicht gekanntes Ausmaß. …

Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 08/2014.

Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk

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