Olympische Spiele im Altertum Die Spiele aller Griechen - wissenschaft.de
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Olympische Spiele im Altertum

Die Spiele aller Griechen

Seit 776 v. Chr., so die Überlieferung, fanden alle vier Jahre im August Olympische Spiele statt. Bis 261 n. Chr. fielen sie nicht ein einziges Mal aus, auch nicht 480, als die Perser in Griechenland eindrangen. 393 wurden sie unter dem christlichen Kaiser Theodosius I. abgeschafft.

Die Olympischen Spiele entwickelten mit der Zeit große Anziehungskraft, obwohl die Reise auf die nordwestliche Peloponnes lang und beschwerlich sein konnte. Der Ort, eine Kultstätte des Zeus und der Hera, war landschaftlich schön gelegen, bot aber kaum Bequemlichkeit. Es gab außer dem Heiligtum nur eine kleine Siedlung für Bauern und Hirten. Athleten und Zuschauer mußten im Freien kampieren, die Vornehmen, und das war wohl die Mehrzahl, vermutlich in mitgeführten Zelten.

Händler stellten sich ein, um Verpflegung und Getränke anzubieten, wie bei einer Kirmes. Gaukler, Wahrsager, Taschendiebe, Zuhälter und ihre Damen und was alles sonst noch von einer Ansammlung von Männern gebraucht wird, haben gewiß nicht gefehlt. Auch kamen Dichter, Philosophen, Redner und Bildhauer, die sich dem illustren Publikum bekannt machen wollten. Herodot soll aus seinen Historien vorgelesen haben. Chöre aller Art fanden sich ein, um beim Opfer zu singen. Mehrere Städte schickten Festgesandtschaften. Und manch ein Politiker ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, andere zu treffen, manches zu besprechen und – aufzufallen. Von Themistokles wissen wir es: Er kam mit einem prunkvollen Zelt und entfaltete großen Tafelluxus. Viele fanden es übertrieben. Als er einige Jahre später, 476, nach dem Sieg über die Perser bei Salamis, wiederkam, ließ er sich feiern und soll mehr Aufmerksamkeit auf sich gelenkt haben als die Sportler.

Bald waren es mehrere tausend, in der klassischen Zeit wohl schon zehntausend, die dort zusammenkamen. Ein riesiges Feldlager entstand für Menschen, Pferde, Esel, Maultiere, Hunde und die zahlreichen Opfertiere, die festlich verschmaust werden sollten. Sobald man Näheres hört, etwa zu Anfang des 5. Jahrhunderts, dauerten die Spiele fünf oder sechs Tage. Glücklicherweise pflegte der unterhalb des Heiligtums fließende Alpheios im Sommer nicht auszutrocknen. Aber Hitze, Staub, Fliegen und Lärm machten den Besuchern zu schaffen. Verständlich also, wenn wir hören, daß ein Herr seinem Sklaven drohte, er solle ordentlich arbeiten, sonst werde er ihn mit zu den Spielen nehmen – wen es nicht weiter anging, der mußte in der Tat vor allem deren beschwerliche Seite spüren.

Für die anderen aber, sosehr sie leiden mochten, muß es ein großes Fest gewesen sein. In irgendeiner Weise nahm ganz Griechenland daran teil. Das Heiligtum sandte Herolde aus, die die Wettkämpfe überall anzukündigen hatten. Ob es wirklich ein „Gottesfrieden“ war, der ausgerufen wurde, ist fraglich. Doch galt ein Festfrieden für das Heiligtum selbst, und es wurde erwartet, daß Wettkämpfer und Zuschauer ungehindert an- und abreisen konnten. Die Spiele mußten sehr sorgfältig vorbereitet werden. Acht Monate lang schulte man die Kampfrichter, die hellanodikai (wörtlich: Hellenenrichter). Der Name sollte wohl unterstreichen, daß es Spiele aller Griechen waren. Später, als sich auch die nicht-griechische Welt dafür zu interessieren begann, wurde ausdrücklich festgelegt, daß die Spiele auf die Griechen beschränkt bleiben sollten. Die Athleten hatten sich mindestens vier Wochen vor Beginn einzufinden. Mit dem Training war wohl die Prüfung ihrer Fähigkeiten verbunden. Sie mußten schwören, daß sie sich zehn Monate lang aufs sorgfältigste vorbereitet hatten. Dazu gehörten ein langes, vielfältiges Training und eine Diät, die von Ärzten mühsam erarbeitet wurde. Bei den Faust- und Ringkämpfern ging es darum, ein möglichst großes Körpergewicht zu erzielen. Unmäßige Mengen sollen sie vertilgt haben, denn man machte keine Unterschiede nach Gewichtsklassen…

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Prof. Dr. Christian Meier

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