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Heinrich VIII. im Porträt

Ein Mann mit vielen Eigenschaften

Er war charmant und gebildet, er war kriegerisch und Friedensstifter. Er sah sich als Verteidiger des Glaubens, brach mit Rom und ließ zwei seiner sechs Ehefrauen hinrichten: Die neuere Forschung ringt um ein differenziertes Bild von Heinrich VIII.

Als drittes Kind der Ehe Heinrichs VII. (1457–1509) und Elisabeths von York (1466 –1503) wurde Heinrich am 28. Juni 1491 in der königlichen Residenz zu Greenwich geboren. Als zweitgeborener Sohn stand er zunächst ganz im Schatten seines älteren Bruders Arthur (1486 –1502), dessen Name das Programm der Regierung Heinrichs VII. verkündete: Wie der mythische König Arthur (oder Artus) dereinst Britannien geeint hatte, so sollte auch Arthur Tudor, als Spross der Vereinigung der Häuser Lancaster (symbolisiert durch eine rote Rose) und York (weiße Rose), endgültig die Fehden und Unruhen der sogenannten Rosenkriege (1455 –1485) vergessen lassen. Der Status des Zweitgeborenen erklärt, dass über Kindheit und frühe Jugend Heinrichs, von den ihm verliehenen Titeln und Ämtern abgesehen, kaum etwas bekannt ist; ob die sehr späte Notiz, er sei von seinem Vater als späterer Erzbischof von Canterbury ausersehen gewesen, historisch zutrifft, darf wohl bezweifelt werden.

Mit dem frühen Tod seines älteren Bruders Arthur (am 2. April 1502) trat Heinrich ins Rampenlicht der Aufmerksamkeit: Er, der zweitgeborene Sohn, war plötzlich Thronfolger, er war der zukünftige König des Reiches. Schnell wurden ihm die Titel seines toten Bruders übertragen: Im Oktober 1502 wurde er zum Herzog von Cornwall ernannt, am 18. Februar 1503 zum Fürsten von Wales und zum Grafen von Chester. Wiewohl man bei der Rekonstruktion der Einzelheiten seiner Erziehung und Ausbildung weitgehend auf Analogieschlüsse angewiesen ist, lassen einige Anekdoten und Notizen in den Briefen des Erasmus von Rotterdam keinen Zweifel daran, dass schon der Knabe sich als geistvoll, höflich, besonders belesen und sprachgewandt erwies, ein Knabe, später ein Jüngling, der mit bemerkenswerter Sicherheit und Grazie mit den gelehrten Humanisten des Hofes und des Londoner Kreises um Thomas More und Erasmus – natürlich zumeist in lateinischer Sprache – kommunizierte.

Die humanistische Bildung Heinrichs und sein charismatischer, gewinnender Charme, seine Beredsamkeit, die Schönheit seines Gesichts und sein überaus athletischer Körperbau: All diese beeindruckenden positiven Eigenschaften begründeten die großen Erwartungen, mit denen London, viele Menschen in England und auch die Gelehrten Europas den Regierungsantritt Heinrichs VIII. am 22. April 1509 begrüßten. Ganz Europa erwartete und prophezeite für England ein goldenes Zeitalter. Heinrich VIII., obwohl er von seinem Vater kaum auf die Übernahme der konkreten Regierungsgeschäfte vorbereitet worden war, was vielleicht für eine gewisse Entfremdung zwischen Vater und Sohn sprechen könnte, bestieg einen Thron, den sein Vater während seiner knapp 24-jährigen Herrschaft nachhaltig gesichert hatte. Er trat die Herrschaft über ein bemerkenswert gut verwaltetes Gemeinwesen, über ungewöhnlich königstreue Untertanen an, und er konnte auf einen gut gefüllten Staatsschatz sowie die bewährten Beamten seines Vaters zählen. …

Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 10/2012.

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Prof. Dr. Uwe Baumann

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