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Schweizerisches Spielmuseum

Ein Schloss zum Spielen

Kann man „Spielen“ ausstellen? Man kann, wie ein Besuch im Schweizerischen Spielmuseum in La Tour-de-Peilz am Genfer See zeigt. Selbst das Freigelände wurde dort vor kurzem in eine große Spielwiese verwandelt.

In dem kleinen Städtchen La Tour-de-Peilz, zwischen Vevey und Montreux, liegt direkt am Ufer des Genfer Sees eine Burg der Grafen von Savoyen aus dem 13. Jahrhundert. Drei interessante Möglichkeiten bieten sich hier: im See schwimmen, im Café „Domino“ im Burghof je nach Tageszeit einen Cappuccino trinken oder filets de perche (Barschfilets) essen – oder im Hauptbau aus dem 18. Jahrhundert das Schweizerische Spielmuseum besuchen. Das „Musée Suisse du Jeu“, wie es in der französischen Schweiz heißt, ist vielleicht das einzige Museum der Welt, das 5000 Jahre Kulturgeschichte der Spiele zusammenfassend präsentiert.

Das heißt: Kann man Spiele überhaupt in einem Museum ausstellen? Im Gegensatz zu Spielzeug, bei dem es sich immer um Objekte handelt, entfaltet sich ein Spiel ja nur dann, wenn sich Menschen zum Spielen zusammenfinden. Spielbrett, Würfel, Spielsteine, Karten, Kegel oder Murmeln – all das ist nur Material. Das Spielen selbst, das Hoffen und Bangen, die Freude und die Enttäuschung, die guten Ratschläge der Kiebitze kann man natürlich nicht ausstellen. Also werden die spielenden Besucherinnen und Besucher selber Teil der Ausstellung. Und das seit kurzem auch in den Grünanlagen um das Schloss herum: Dort wurde ein Parcours für Spiele unter freiem Himmel eingerichtet. Es ist nämlich eine traurige Tatsache, dass viele dieser Bewegungsspiele, Sing- und Reigenspiele, die doch so einfach und ohne viel Material gespielt werden können, heute kaum noch bekannt sind – Zeichen eines beschleunigten Wandels der Spielkultur in unserer Gesellschaft.

Manche Spiele benötigen nichts als natürliches Spielmaterial wie Nüsse, Knochen oder Muscheln, andere sind mit einfachen Mitteln angefertigt, wieder andere sind aus kostbaren Stoffen, Hölzern, Edelsteinen oder -metallen kunstvoll hergestellt – die Spannweite des Spiels reicht von der Alltagsbeschäftigung bis zum Ritual. Dass das Spiel wie Musik, Tanz, Kunst und Dichtung eine existentielle Bedeutung im Leben des Menschen hat, ja der Mensch gerade im Spiel menschlich wird, indem er seinem Bedürfnis nach Transzendenz folgend die Grenzen der Wirklichkeit zu überschreiten versucht, das Spiel somit ein wichtiges Kulturgut der Menschheit darstellt, ist die Botschaft dieses einzigartigen Museums.

Die Dauerausstellung nimmt die Besucher mit auf eine Zeit- und Weltreise, die vom Ägypten der Pharaonen bis in die Gegenwart und von Ostasien über Afrika und Europa bis nach Amerika führt. Der Raum „Voyajeux – Von Reisenden und Daheimgebliebenen“ thematisiert das rätselhafte Phänomen, dass manche Spiele wie Schach, Backgammon oder Domino sich weit über die Welt verbreitet, während andere wie das tibetische Sho oder Skat ihre Heimat nie verlassen haben. Manche Spiele, wie etwa das indische Pachisi, das in Europa im Lauf des späten 19. Jahrhunderts zu „Ludo“, „Eile mit Weile“ und „Mensch ärgere Dich nicht“ mutierte, scheinen einfach den Zeitgeist zu treffen oder eine „ökologische Nische“ zu besetzen…

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http://www.museedujeu.com

Dr. Ulrich Schädler

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