Konstantinupolis Eine Stadt zu Ehren des Kaisers - wissenschaft.de
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Konstantinupolis

Eine Stadt zu Ehren des Kaisers

Die Gründung Konstantinopels zählt zu den zukunftsweisenden Entscheidungen, die Konstantins Ruhm über die Jahrhunderte hinweg begründeten. Von den genauen Umständen zeichnen die Quellen allerdings ein widersprüchliches, mit Legenden versetztes Bild. Und archäologische Funde sind kaum vorhanden.

Konstantin muss unmittelbar nach dem Sieg über seinen Mitkaiser Licinius im Jahr 324 die Entscheidung getroffen haben, an der Stelle des alten Byzantion eine neue Hauptstadt zu errichten. Die Einnahme der Stadt, die griechische Siedler um 700 v. Chr. gegründet hatten, war unabdingbar für den militärischen Erfolg gegen seinen Rivalen. So sollte die Neugründung zunächst die Erinnerung an diesen Sieg bewahren. Den Brauch, zum Zeichen eines Sieges eine Stadt zu gründen, hatten die Kaiser von den griechischen Monarchen hellenistischer Zeit übernommen.

Rom eignete sich angesichts der an den Grenzen drohenden Gefahren nicht als ständiger Aufenthaltsort des Kaisers. Bereits in der von Diokletian geschaffenen Tetrarchie (Vier-Kaiser-Herrschaft) gab es daher Residenzen in Trier, Thessalonike oder Nikomedia. Auch Konstantinopel bot sich an, denn von hier aus waren die stets gefährdeten Grenzen an der Donau und in Syrien schnell zu erreichen. Die Dimensionen der neuen Stadt-planung zeigen indes, dass hier nicht einfach eine Residenz im Stil der Tetrarchen entstehen sollte: Konstantin wollte ein zweites Rom errichten, der Hauptstadt gleichgestellt, auch wenn es ihr den Rang als ideelles Zentrum nicht streitig machen sollte. Er stattete seine Gründung daher mit einem Senat aus und ließ – wie in Rom – die Einwohner von Staats wegen mit Getreide versorgen.

Konstantin hatte eine in römischer Zeit vergrößerte und neugestaltete Kleinstadt vorgefunden, wie es viele im griechischen Osten gab. Er gestaltete aber das Stadtzentrum völlig um und erweiterte das Areal auf ein Vielfaches, indem er die Mauern um drei Kilometer nach Westen verschob. Altrömischem Ritus gemäß soll er als Pontifex maximus die Linie, auf der die neue Stadtmauer errichtet werden sollte, mit einer Lanze im Boden markiert haben. Wie üblich nahmen an der consecratio (Weihe) auch heidnische Priester teil. Den Termin für dieses Ritual hatten Astrologen und Zeichendeuter bestimmt.

zentraler Platz angelegt, das Augusteion, das von repräsentativen Bauten um‧geben war, darunter das Senatsgebäude, eine große Thermenanlage und die erneuerte Irenenkirche. Ob bereits unter Konstantin mit dem Bau der Hagia Sophia begonnen wurde, ist ungewiss. Im Süden des Augusteion lagen die kaiserliche Palastanlage und das Hippodrom (die Nachbarschaft von Palast und Rennbahn erinnert an die Verbindung von Palatin und Circus maximus in Rom). Vom Milion aus, dem Gegenstück zu Roms „Goldenem Meilenstein“, der die Entfernungen zu den wichtigsten Städten des Reiches verzeichnete, führte die von Säulen gesäumte Hauptstraße („Mese“) in den neuen Teil der Stadt…

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