Das weibliche Mönchtum Geweihte Jungfrauen und Fürstinnen - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Das weibliche Mönchtum

Geweihte Jungfrauen und Fürstinnen

Von Einsiedlerinnen in der Wüste bis zu Äbtissinnen im Rang von Reichsfürsten – die Spannbreite des weiblichen Mönchtums ist groß.

Analog zum männlichen monachus (Mönch) spricht der Kirchenvater Hieronymus (347–419) in seinen Briefen von mona‧chae (Mönchinnen). Im Mittelalter war die mittellateinische Bezeichnung moniale für weibliche Klosterangehörige verbreitet. Der wortgeschichtliche Ursprung der „Nonne“ lässt sich noch am italienischen nonna festmachen: der Großmutter als einer besonders verehrungswürdigen Frau. Nichts anderes bedeutete das aus dem Griechi‧schen stammende Wort eigentlich.

Schon in der Frühzeit des Mönchtums im Nahen Osten wollten auch Frauen ihr Leben auf diese Weise Gott widmen, wie die heilige Sarra in Libyen oder Maria von Ägypten. Die beiden Einsiedlerinnen lebten im 4. Jahrhundert. Während Sarra aus einer vornehmen Familie stammte, war Maria eine Prostituierte gewesen, die ihr Leben nach einem für solche Legenden typischen Erweckungserlebnis grundlegend änderte. Sie gilt bis heute als Beispiel dafür, dass eine Bekehrung immer möglich ist, völlig unabhängig davon, wie ein Mensch bis dahin gelebt hat.

Auch die heilige Paula von Rom (347–404) soll der Überlieferung zufolge mit tieferen Glaubenseinsichten zunächst wenig im Sinn gehabt haben. Sie stammte aus einer reichen Familie, war verheiratet und hatte fünf Kinder – ein Leben im Luxus, das mit dem frühen Tod ihres Mannes jäh endete. Auf der Suche nach einem neuen Lebensinhalt traf sie auf den Kirchenvater Hieronymus, von dem sie tief beeindruckt war. Nachdem sie all ihren Besitz verschenkt hatte, begleitete sie Hieronymus zusammen mit einer ihrer Töchter nach Bethlehem und gründete dort ein Kloster, in das sie selbst eintrat.

Interessanterweise sind es in der Überlieferung von Heiligenlegenden oft Geschwisterpaare, die als Klostergründer in die Geschichte eingegangen sind: Das gilt für Maria, die Schwester des ägyptischen Mönchsvaters Pachomius, die um 340 zusammen mit ihrem Bruder zwei Frauenklöster gründete, ebenso wie für die heilige Marcellina, die Schwester des Bischofs Ambrosius von Mailand, oder Scholastika (um 480–um 542), die Schwester Benedikts von Nursia. Allerdings bleibt die Biographie Scholastikas weitestgehend im Dunkeln. In der Lebensbeschreibung Benedikts von Papst Gregor dem Großen wird lediglich erwähnt, dass sie ein Gott geweihtes Leben geführt habe – und zwar stets in der Nähe ihres Bruders: zuerst in Subiaco (Latium) und dann bei Montecassino zwischen Rom und Neapel. Einmal jährlich soll sie ihren Bruder besucht haben: „Die Zeit, die sie miteinander zubrachten, war dem Lob Gottes und geistlichen Gesprächen gewidmet“, berichtet Gregor in seiner Benedikt-Vita.

Anzeige

An keiner Stelle wird erwähnt, dass Scholastika in einem Kloster gelebt oder ein solches gegründet hätte. Gregor geht überhaupt nicht näher auf ihre Lebensweise ein, vielleicht weil ihm dies einfach unnötig erschien. In der Spätantike gab es zahlreiche sogenannte geweihte Jungfrauen, die zwar in der Welt, aber nach monastischen Grundsätzen lebten. Gleichwohl gilt Scholastika als Begründerin des weiblichen Zweigs der Benediktiner und wird traditionell als Äbtissin mit Stab und Regelbuch dargestellt…

Uwe A. Oster

Anzeige

DAMALS | Aktuelles Heft

Bildband DAMALS Galerie

Anzeige

Wissenschaftslexikon

Spar|mo|bil  〈n. 11; Kfz〉 = Sparauto

sol|mi|sie|ren  〈V. i.; hat; Mus.〉 nach dem Verfahren der Solmisation singen

Angeblich entwickelt sich unser Zeitgeist ja in Richtung Nachhaltigkeit. Der verlinkte Artikel ist nur ein Beispiel unter vielen. Auch der Appelle an uns Konsumenten sind Legion.

Neues im Supermarkt muss sein: Man nehme ein gut verpacktes Produkt. Schütte es aus und koche es mit Agar-Agar. Dann in eine Form füllen und umverpacken: etwas Plastik, etwas Glas, etwas Papier. Schon ist es “veredelt”.

Wie schön, dass wir da alle mitmachen. Wir hören auch immer wieder, dass Deutschland nur 2% des weltweiten CO2-Ausstoßes verursacht. Das ist ja unglaublich wenig. Wir können uns wahrlich auf die Schulter klopfen, dass wir, wir alle dennoch durch unseren Konsum helfen den Ausstoß klimaschädlicher Gase zu verringern. Keinesfalls sorgen wir durch unseren Import dafür, dass anderswo CO2 anfällt, dass bei uns ja nicht in der Statistik landen würde. Greenwashing ist uns fremd. Und besonders achten wir auf die Verringerung unseres Müllaufkommens. Schade, wenn die wenigen Läden, die unverpackt verkaufen schließen müssen. Oder, Moment mal: Sind die Inhaber nicht doch selber schuld? Irgendwie könnten diese Läden ja schon schöner verpacken und dennoch nachhaltig sein, oder? Da ist halt Phantasie gefragt! Dann wäre es für uns noch leichter gut zu werden!

 

Anzeige

 

Ein — ehemaliger — Hofladen in fußläufiger Entfernung.

Na ja, zu besonderen Gelegenheiten ist dann auch etwas Nippes drin. Kann man ja verschenken, denn ein mal ist kein Mal. Wer das ganze Jahr über nachhaltig lebt, auf große Reisen verzichtet, dem ist ja zugestanden über solche Meldungen hinweg zu lächeln.

 

Ein Geschenk auf dem häuslichen Wohnzimmertisch. Fast ohne überflüssiges Müllaufkommen.

Besonders großes Verständnis haben wir für unseren Finanzminister. Mehrwertsteuer vorenthalten ist ja kein Kavaliersdelikt. Wenn es dann — nur zu Anfang, man wird ja noch Erfahrung sammeln dürfen! — zu dysfunktionalem Verhalten von Gewerbetreibenden und Kunden kommt, wen kümmert so was?

Schade nur, dass so viele Bons auf nicht recycelbaren Thermopapier gedruckt werden.

http://scienceblogs.de/rupture-de-catenaire/2020/01/13/zeitgeistprobe-konsum/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=zeitgeistprobe-konsum

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige