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Mythos Trümmerfrau

Heldinnen des Schuttbergs

Waren es nicht die sogenannten Trümmerfrauen, die nach 1945 in den zerstörten deutschen Städten die Schuttberge beseitigt haben? Davon sind die meisten Deutschen überzeugt. Bei genauem Hinschauen ergibt sich ein differenziertes Bild.

Seit Jahrzehnten gehört die Trümmerfrau in Deutschland zum Inventar des kollektiven Gedächtnisses. Damit verbunden ist die Vorstellung, dass die Trümmer, die der Zweite Weltkrieg auf deutschem Boden hinterlassen hatte, in der Nachkriegszeit von uneigennützigen Frauen geräumt wurden – diese gelten damit auch als Wegbereiterinnen des deutschen Wirtschaftswunders. Dem zufolge kommt in Deutschland fast keine historische Darstellung der Nachkriegszeit ohne diese heldenhafte Erzählung aus, ganz gleich, ob im Fernsehen, in den Printmedien, in Schulbüchern oder in Museen.

Meist werden die Trümmerfrauen in auffällig klischeehafter Art und Weise bildlich ins Szene gesetzt: Dazu gehören das obligatorisch vorne geknotete Tuch auf dem Kopf sowie ein Hammer oder ein Eimer in der Hand. Nicht weniger standardisiert wirken die dazugehörigen Kommentare. So wurden aus Anlass des 60. Jahrestags der Gründung der Bundesrepublik einer Berliner Trümmerfrau in der „Frankfurter Rundschau“ etwa folgende Worte in den Mund gelegt: „Zu enttrümmern ist für mich immer selbstverständlich gewesen. Die Männer waren im Krieg vermisst oder kamen als Krüppel zurück. Also mussten wir alle mit anfassen. Sonst säßen wir heute noch in Schutt und Trümmern.“

Dieses stereotype Bild wurde von der Geschichtswissenschaft lange Zeit kaum in Frage gestellt, sondern stattdessen von renommierten Historikern weitergetragen…

Autorin: Dr. Leonie Treber

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 04/2018.

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