Der Prätorianer-Präfekt Sejan Herrscher anstelle des Kaisers - wissenschaft.de
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Der Prätorianer-Präfekt Sejan

Herrscher anstelle des Kaisers

Sein Name gilt als Inbegriff der Skrupellosigkeit: Lucius Aelius Seianus (um 20 v. Chr.−31 n. Chr.) war Präfekt der Prätorianergarde. An der Seite von Kaiser Tiberius stieg er zum zweitmächtigsten Mann des Römischen Reichs auf. Zeitweise regierte er sogar allein. Im Jahr 31 ließ Tiberius ihn plötzlich hinrichten – warum, ist unklar.

Der möglicherweise entscheidende Moment in der Karriere des Lucius Aelius Seianus – im deutschen Sprachgebrauch kurz Sejan genannt – war ein Unglücksfall. Der Präfekt der Prätorianergarde von Rom war an einem Tag des Jahres 26 n. Chr. zu Gast bei Kaiser Tiberius. Der Herrscher hatte zu einem Bankett in eine Villa mit dem Namen „Spelunca“ geladen. Ein passender Name: Im Lateinischen bedeutet dieser Begriff „Höhle“, und Prunkstück des Landgutes war eine geräumige natürliche Grotte. Hier hatte sich eine vornehme Gesellschaft in freudiger Erwartung kulinarischer Spezialitäten versammelt, als etwas Unvorhergesehenes passierte: Am Eingang fielen plötzlich Felsstücke herab und begruben einige der Diener und Gäste unter sich. Panik brach aus, alles stürzte zum Ausgang. Nicht so Sejan: Er warf sich mit Knien, Gesicht und Händen über den Kaiser, fing mit seinem Körper die Steine ab und verharrte in dieser schützenden Haltung, bis sich herbeigeeilte Soldaten um den dank Sejan unverletzt gebliebenen Kaiser kümmern konnten.

Die Rettungsszene in der Villa war für Kaiser Tiberius der ultimative Beweis dafür, dass er sich auf Sejan verlassen konnte. In den Quellen heißt es, dieser Vorfall habe dem Kaiser von der unerschütterlichen Freundschaft Sejans überzeugt. Und so stieg dessen Einfluss auf die Politik seit dem Jahr 26 n. Chr. ins Unermessliche. Dabei verfügte Sejan auch vorher bereits über eine bedeutende Machtfülle. Nun aber wurde er nach Aussage der meisten Quellen zum Drahtzieher, der die Gunst des Kaisers skrupellos ausnutzte, um ihn ins Abseits zu manövrieren und am Ende selbst nach der Herrschaft zu greifen. …

Den voll­stän­di­gen Ar­ti­kel le­sen Sie in DA­MALS 02/2018.

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