Europäische Klimakrise 1770–1772 Hungern und handeln - wissenschaft.de
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Europäische Klimakrise 1770–1772

Hungern und handeln

Vor 250 Jahren stand Europa während der „Kleinen Eiszeit“ am Beginn einer Klimakrise. Von 1770 bis 1772 durchlebte der Kontinent mehrere sehr kalte Winter und verheerende Niederschläge. Missernten waren die Folge. Hunderttausende Menschen starben. Zugleich entstanden erste Ansätze zum Umgang mit solchen Extremsituationen.

Der Hunger suchte ein riesiges Gebiet heim. Es reichte von Frankreich bis in die Ukraine und von den Alpen bis nach Skandinavien. Der Schock der ausbleibenden Nahrung traf auf verwundbare Gesellschaften: Soziale Ungleichheit, rasches Bevölkerungswachstum und die einseitige Bevorzugung des Getreideanbaus machten die Gesellschaften des 18. Jahrhunderts anfällig für Witterungsextreme.

Die Aufzeichnungen der Zeitgenossen vermitteln ein dramatisches Bild der Anomalie. Vorboten der Katastrophe zeigten sich bereits im Sommer 1769. Mitten im Juni dieses Jahres fiel in Deutschland bis in die tieferen Lagen hinein Schnee. Nach anschließenden wochenlangen Niederschlägen begann es im Rheinland bereits im September wieder zu gefrieren. 1770 erwies sich dann als regelrechtes „Wasserjahr“: An vielen Orten regnete es monatelang ohne Unterbrechung – Kassel verzeichnete damals 100 Regentage in Folge. Der Winter 1770/71 war schließlich so kalt, dass sich bis in den Mai des Folgejahres gewaltige Schneemassen auftürmten, die großen Alpengletscher weit in die Täler vorstießen und Flüsse wie die Weser bis auf den Grund zufroren.

Das Jahr 1771 blieb den Beobachtern als „zweite Sintflut“ in Erinnerung. In ganz Europa wurden weite Gebiete überschwemmt. Der Main trat 17-mal über seine Ufer. In Sachsen spülte verheerender Starkregen zum Entsetzen der Zeitgenossen sogar die Leichen aus ihren Gräbern…


Autor: Prof. Dr. Dominik Collet

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 06/2020

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