Johann II. in englischer Gefangenschaft In goldenen Ketten - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Johann II. in englischer Gefangenschaft

In goldenen Ketten

König Johann II. von Frankreich geriet 1356 nach einer schmachvollen Niederlage gegen den englischen Thronfolger Edward, den „Schwarzen Prinzen“, in Gefangenschaft. Vier Jahre musste er in Feindesland ausharren – zunächst residierte er noch standesgemäß wie ein König, doch am Ende spitzte sich die Lage zu.

Das Bild Johanns II. in den großen Überblicksdarstellungen zur französischen Geschichte ist widersprüchlich. Während ihm einige Autoren überragende Intelligenz attestieren, bescheinigen ihm andere beklagenswerte Dummheit, während die einen auf sein militärisches Geschick verweisen, unterstreichen andere seine Inkompetenz in Kriegsdingen. Einig scheint man sich allerdings in der Feststellung massiver charakterlicher Defizite.

Die Erkenntnis, dass Johann II. ein prominentes Opfer neuzeitlicher Geschichtsschreibung geworden sein könnte, setzte sich innerhalb der Geschichtswissenschaft erst jüngst durch. Denn war es nicht so, dass er eine der katastrophalsten Niederlagen des französischen Heeres gegen die Engländer zu verantworten hatte? War das Fiasko von Poitiers 1356 nicht auf seine ganz persönliche Inkompetenz zurückzuführen? Was lag also näher, als ihn zum Sündenbock zu machen?

Das, was aus moderner Sicht lange Zeit als unumstößliche Tatsache galt, sahen die Zeitgenossen gänzlich anders. Für sie war nicht Johann der Schuldige an der Katastrophe von Poitiers, sondern sein Beraterstab. Kein Geringerer als der italienische Dichter und Geschichtsscheiber Petrarca charakterisierte den französischen König gar als „optimus et mitissimus“, als „allerbesten und mildesten“. Diese Charakterzeichnung stand höchstwahrscheinlich auch für Johanns Beinamen Pate: In die Geschichte ging er als Johann der Gute (Jean le Bon) ein. …

Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 05/2013.

Anzeige

Dr. Ralf Lützelschwab

Anzeige

DAMALS | Aktuelles Heft

Bildband DAMALS Galerie

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Wissenschaftslexikon

Win|de  〈f. 19〉 1 〈Tech.〉 von einer Kurbel angetriebenes Gerät zum Heben von Lasten mithilfe eines Seiles (Seil~), einer Zahnstange (Zahnstangen~) od. einer Schraubenspindel (Schrauben~) 2 〈Bot.〉 Angehörige einer Gattung der Windengewächse (Convolvulaceae), windendes Kraut, windender Strauch: Convolvulus ... mehr

Wel|le  〈f. 19〉 1 〈i. w. S.〉 räumliche Ausbreitung eines sich zeitlich ändernden Prozesses, z. B. einer Schwingung, bei der Energie übertragen wird (Licht~, Radio~, Schall~) 2 〈i. e. S.〉 berg–und–talförmige Bewegung der Wasseroberfläche (Meeres~; Tsunami~) ... mehr

Le|ber  〈f. 21〉 1 〈Anat.〉 großes Drüsenorgan in der Bauchhöhle der Wirbeltiere u. des Menschen, das den Eiweiß– u. Zuckerstoffwechsel regelt: Hepar; →a. Mitteldarmdrüse ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige