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Mythos 1968

Die Rebellion von 1968 sei im Kern ein Kampf der Söhne gegen ihre Nazi-Väter gewesen, heißt es oft. Doch dieses Bild entpuppt sich als Mythos.

In den fünf Jahrzehnten seit 1968 hat sich in Deutschland eine klassische Erzählung etabliert, die mit nur leichten Variationen durch die Feuilletons, Talkshows und Bestseller geistert. Angelehnt an die Fernseh- und Illustriertenberichte der Jahre 1967 bis 1969, sind Rudi Dutschke, die Kommune 1 und der sozialistische Studentenverband SDS zu den Stars der Handlung geworden. Unser Bild der Revolte beruht auf den Aktionen eines kleinen Kerns einer jugendlichen, männlichen, intellektuellen, großstädtischen Elite – und zwar desjenigen Teils der Akteure, der die Massenmedien für sich gewann.

Dabei werden die Geschehnisse gern als Kampf zwischen politischen Generationen erzählt. Damit wird ein bildungsbürgerliches Deutungsmuster weitergeschrieben, das weibliche und nicht-bürgerliche Akteure ausblendet. Die protestierenden Studenten hätten Vorwürfe gegen ihre in Nazi-Machenschaften verstrickten bzw. schweigenden Eltern erhoben, so heißt es. Tiefe private Zerwürfnisse zwischen Vätern und Söhnen seien die Folge gewesen. So meint der Historiker Götz Aly, der Unfrieden „zwischen den (Nazi-)Eltern und deren Kindern“ habe „eine Generation der emotional frierenden Kinder“ hervorgebracht. Ein „Mangel an Nestwärme“ sei „das zentrale Problem der 15- bis 25-Jährigen von 1968“ gewesen. „Zum Crash kam es in den Familien, beim Abendessen“, weiß Aly, und zwar „ungezählt“ oft…

Autorin: Prof. Dr. Christina von Hodenberg, Universität London

Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 09/2018.

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