Das Ende des Bergbaus im Saarland Schicht im „schwarzen Kalifornien“ - wissenschaft.de
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Das Ende des Bergbaus im Saarland

Schicht im „schwarzen Kalifornien“

Der Kohlenreichtum war die Grundlage dafür, dass sich das Saarland zur ertragreichen Montanregion mausern konnte. 2012 wurde nach Jahrhunderten der Bergbau an der Saar endgültig beendet. Eine Geschichte von beachtlichem Aufstieg und langem Siechtum.

Das letzte Kapitel für den Bergbau im Saarland begann mit einem Erdstoß: Am 23. Februar 2008, einem Samstag, erschütterte um 16.31 Uhr ein Beben der Stärke vier den Kreis Saarlouis. Über 100 Häuser wurden schwer beschädigt, in der Gemeinde Saarwellingen stürzten Teile des Turms der Pfarrkirche St. Blasius auf den Kirchplatz. „Wie nach einem Bombenangriff sah es hier aus“, berichteten Anwohner. Ursache des Bebens war offenkundig der Steinkohlenabbau im Abbaufeld Primsmulde. Erschütterungen durch Bergabsenkungen und Bergschäden an Immobilien waren im Saarland keine Seltenheit, die Wucht des neuerlichen Bebens nährte jedoch die Sorge, dass bei künftigen Vorfällen dieser Art Menschen zu Schaden kommen könnten. Dies veranlasste die saarländische Landesregierung, einen sofortigen Abbaustopp zu verhängen und erneut über die Zukunft des Saar-Bergbaus zu beraten, dessen Ende zu diesem Zeitpunkt bereits absehbar war.

Zahlreiche Bürger demonstrierten in den folgenden Wochen und Monaten für das sofortige Ende des Saar-Bergbaus. In Anlehnung an die Textzeile „Glück auf, Glück auf!“ des Steigerlieds sangen sie nun „Hört auf, hört auf!“. „Die Grenze des Ertragbaren“, so der Landesverband der Bergbaubetroffenen Saar e. V., sei nun „endgültig überschritten“. Das Verhältnis zwischen Bergarbeitern und Bergbau-Gegnern war stark belastet. Viele Kumpel klagten über massive Anfeindungen, berichteten von zerstochenen Autoreifen und bedauerten, dass ihre Nachbarn auf die Straße gingen, „um ihnen das Brot wegzunehmen“. Die Bergbaubetroffenen erhoben ihrerseits schwere Vorwürfe gegen Bergleute, denen sie „gezielte Angriffe und Einschüchterungsstrategien“ vorwarfen. …

Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 05/2014.

Dr. Gunnar Gawehn

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