Militärputsch in Argentinien Schmutziger Krieg - wissenschaft.de
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Militärputsch in Argentinien

Schmutziger Krieg

Am 24. März 1976 putschte sich das argentinische Militär an die Macht. Unter der Führung von Jorge Videla errichteten die Oberkommandierenden der Waffengattungen ein streng antikommunistisches Regime, das bis 1983 mit Folter und Mord regierte.

Zwei Jahre zuvor, am 1. Juli 1974, war der argentinische Präsident Juan Domingo Perón im Amt gestorben. Er war 1973 nach 18 Jahren des Exils in seine Heimat zurückgekehrt. Die „Peronistische Jugend“ hatte im Untergrund für ihn und gegen die rechten Diktatoren gekämpft, die das Land bereits seit 1966 mit harter Hand geführt und ihm einem wirtschaftsliberalen Kurs verordnet hatten. Zwischen 1946 und 1955, als Perón zusammen mit seiner Frau Evita Argentinien regiert hatte (sie starb 1952), war es ein prosperierendes Land gewesen. Dies waren aber auch bereits Zeiten autoritärer Führung und Indoktrinierung gewesen. Mit militanten Sprachformeln von Treue, Opferbereitschaft und Vaterlandsliebe wusste Evita ihre Anhänger zu begeistern und schon die Schüler auf sich als „Landesmutter“ einzuschwören. Für die Spaltung der Gesellschaft und für die zunehmende Radikalisierung, die einer demokratischen Kompromisskultur entgegenstand, zeichnete somit auch der Peronismus verantwortlich.

Perón war im Exil gealtert. Der 78-Jährige verstand die jungen Generationen nicht mehr und driftete politisch ebenfalls nach rechts ab. Zudem traf er 1973 eine fatale Entscheidung, indem er seine junge dritte Frau María Estela Martínez de Perón, eine Tänzerin, zur Vizepräsidentin ernannte. Als er starb, übernahm sie sein Amt, als erste Staatspräsidentin weltweit. „Isabel“, wie sie sich nannte, konnte Evita nicht das Wasser reichen. Sie war politisch naiv, hatte kein Charisma und wurde bald ein Spielball der Militärs. Zudem war sie von einem Berater namens José López Rega abhängig. Er war Spiritist und Gründer der berüchtigten „Argentinischen Antikommunistischen Allianz“ (AAA, auch Triple A genannt), einer paramilitärischen Gruppierung zur Bekämpfung potentieller Staatsgegner. Dieser Todesschwadron fielen allein 1975 über 800 Regierungsgegner (politische Aktivisten, linke Guerillas und Intellektuelle) zum Opfer. Sie gerieten ins Visier der Mörder, weil sie immer häufiger mit Streiks oder Gegengewalt auf die Politik Isabel Peróns reagierten. In diesem aufgeladenen Klima hatten die Streitkräfte mit ihren Umsturzplänen leichtes Spiel. …

Den vollstänigen Artikel finden Sie in DAMALS 3/2016.

Prof. Dr. Ursula Prutsch

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