Die Grimms und die Politik "...so muss die deutsche Luft frei machen" - wissenschaft.de
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Die Grimms und die Politik

„…so muss die deutsche Luft frei machen“

Jacob und Wilhelm Grimm lebten in bewegten Zeiten. Suchten sie als Wissenschaftler nach den Wurzeln der deutschen Kultur, so hatte dieses Bestreben eine Entsprechung auf der Ebene der Politik: Beide waren liberale Patrioten auf der Suche nach Einheit und Freiheit.

Die Lebenszeit der Grimms umfasst einen langen Zeitabschnitt: von der Ära der Französischen Revolution über die Herrschaft Napoleon Bonapartes bis weit hinein in die von Unterdrückung geprägten Jahre nach der gescheiterten Revolution von 1848/49. Beide Brüder waren politisch interessierte Zeitgenossen, sie nahmen leidenschaftlich Anteil an den jeweiligen politischen Veränderungen ihrer Gegenwart, doch man wird sagen können, dass Jacob, der Ältere, zugleich auch der „politischere“ der beiden gewesen ist. Zudem war er es, der wenigstens einige Jahre ein staatlich-politisches Amt innehatte und sogar an zwei Brennpunkten der deutschen und europäischen Geschichte, dem Wiener Kongress von 1815 und der deutschen Nationalversammlung zu Frankfurt am Main 1848/49, anwesend war und – wenn auch nicht als politisch zentrale Figur – das Geschehen verfolgte und kommentierte. Diejenigen, die ihm später bescheinigten, er habe „keinen Gefallen in politischen Dingen“ gefunden (so einer seiner Schüler, der Historiker Georg Waitz), befanden sich ohne jede Frage im Irrtum.

Die in den Jahren 1785 und 1786 geborenen Brüder Jacob und Wilhelm Grimm erlebten eine Kindheit und Jugend im historischen Umbruch. Zur Zeit ihrer Geburt existierte noch das vorrevolutionäre europäische Ancien Régime, das schon 1789 mit dem Ausbruch der Französischen Revolution zu Ende ging. Das jahrhundertelang bestehende „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ fand im Jahr 1806 sein Ende, als die beiden gerade in ihr Mannesalter eintraten: In diesem Jahr legte der letzte Kaiser des Alten Reiches, der Habsburger Franz II., die Krone nieder und erklärte das Reich für aufgelöst. Das hatte er allerdings nicht freiwillig getan, sondern nur unter dem massiven Druck des Eroberers Napoleon, der seit 1799 Frankreich diktatorisch regierte, seit 1804 als „Kaiser der Franzosen“, und nun bestrebt war, seine Macht auch über das schwache und zerrissene Deutschland auszudehnen, das sich für eine solche Machterweiterung geradezu anbot. …

Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 05/2013.

Prof. Dr. Hans-Christof Kraus

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