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1969-2009

Vier spannende Jahrzehnte (Teil 5)

40 Jahre DAMALS sind Anlass zurückzublicken, nicht auf die Geschichte der Zeitschrift, sondern wie es sich für ein Geschichtsmagazin gehört auf die wichtigsten Ereignisse der vergangenen vier Jahrzehnte. Was war wichtig? Woran erinnern Sie sich besonders? Diese Frage stellen wir Ihnen insgesamt neunmal. Bis Ende August 2009 können Sie uns zudem eigene Vorschläge einreichen, was auf die Liste gehört. Nennen Sie uns aus der bis November vorgestellten Liste die drei Geschehnisse oder Errungenschaften, denen Sie persönlich besondere Bedeutung beimessen (Einsendeschluss ist der 19. November 2009). An: Redaktion DAMALS, z. Hd. Frau Stefanie Ahmann Ernst-Mey-Straße 8 70771 Leinfelden-Echterdingen oder: stefanie.ahmann@konradin.de Unter den Einsendern verlosen wir 100 Bücher.

Woran erinnern Sie sich besonders?

41 Willy Brandts mutige Geste Im Dezember reist Bundeskanzler Willy Brandt zur Unterzeichnung des Warschauer Vertrags, der die Beziehungen zwischen Polen und der Bundesrepublik normalisieren soll, nach Warschau. Am 7. Dezember besucht die deutsche Delegation das an den Aufstand im Warschauer Ghetto (1943) erinnernde Mahnmal. Brandt legt einen Kranz nieder. Plötzlich sinkt er vor dem Mahnmal auf die Knie, verharrt sekundenlang demütig schweigend. Diese Geste, laut Brandt völlig ungeplant aus einem spontanen Gefühl heraus entstanden, überrascht alle. Der erste Besuch eines deutschen Kanzlers in Polen seit dem Zweiten Weltkrieg wird zum Symbol der Versöhnung und zu einem der Wendepunkte im Verhältnis von Ost und West.

42 Nobelpreis für Milton Friedman 1976 erhält der US-amerikanische Ökonom Milton Friedman (1912 – 2006) den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Friedman gilt als einer der bedeutendsten Wirtschaftstheoretiker des 20. Jahrhunderts, als Verfechter der freien Marktwirtschaft und größtmöglicher politischer und gesellschaftlicher Freiheit. Die US-Regierungen unter Richard Nixon und Ronald Reagan werden stark von seinen Theorien beeinflusst, auf seinen Rat geht die Einführung flexibler Wechselkurse Anfang der 1970er Jahre zurück.

43 Ende des Vietnam-Kriegs Im März 1975 stehen nordvietnamesische Truppen vor Saigon. Die verbliebenen US-Militärs sind von dem raschen Vormarsch  völlig überrascht. Hastig wird die Evakuierung der letzten amerikanischen Militärbasen in Vietnam eingeleitet. Damit geht ein Krieg zu Ende, der in zehn Jahren rund drei Millionen Menschen das Leben gekostet hat, darunter zwei Millionen Zivilisten. Noch Jahre nach dem Waffenstillstand erkranken zahllose Menschen infolge der chemi‧schen Angriffe durch die US-Luftwaffe, rund 500 000 Kinder werden mit Fehl‧bildungen geboren. Die US Army verliert 58 000 Soldaten. Am 1. Mai 1975 endet der Vietnam-Krieg mit dem Einmarsch der Kommunisten in Saigon.

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44 Geiseldrama von Gladbeck 16. August 1988. Zwei Männer nehmen nach einem gescheiterten Banküberfall in Gladbeck (Nordrhein-Westfalen) zwei Menschen als Geiseln und flüchten zwei Tage lang quer durch Deutschland und die Niederlande, bringen dabei noch weitere Geiseln in ihre Gewalt. Im Verlauf der Flucht erschießt einer der Männer eine Geisel, einen 15-jährigen Italiener. Während der Verfolgung stirbt ein Polizist bei einem Unfall. Nachdem in den Niederlanden bis auf zwei Frauen alle Geiseln freigelassen worden sind, kehren die Geiselnehmer nach Deutschland zurück. Nach einem heftigen Schusswechsel mit der Polizei, wobei eine weitere Geisel von einem der Entführer getötet wird, gelingt die Festnahme. Was den Fall Gladbeck bis heute unfassbar macht, ist das Verhalten der berichtenden Medien. Während der gesamten Flucht begleiten zahllose Reporter die Entführer, interviewen diese sowie die Geiseln in regelrechten Pressekonfe‧renzen, inszenieren dramatische Bilder, selbst Nahaufnahmen des sterbenden 15-Jährigen. Den Entführern wird eine Bühne zur Selbstdarstellung geboten.

45 Gründung der Solidarno ´s´c Eine Streikwelle lähmt im Juli 1980 ganz Polen. Arbeiter, Intellektuelle und Kleriker fordern soziale und politische Reformen sowie die Zulassung unabhängiger Gewerkschaften – was die kommunistische Regierung nach langen Verhandlungen zugestehen muss. Am 17. September wird offiziell die Gewerkschaft „Solidarno ´s ´c“ (Solidarität) gegründet, Vorsitzender wird der Elektriker Lech Wa l~esa. Die Mitgliederzahl wächst in kürzester Zeit auf rund zehn Millionen – die Staatsführung beginnt um ihr Machtmonopol zu fürchten und stellt Polen im Dezember 1981 unter Kriegsrecht. 1982 wird Solidarno ´s ´c verboten, bleibt aber im Untergrund und im Ausland aktiv. 1989 muss die Regierung angesichts großer wirtschaftlicher Probleme einlenken und Solidarno ´s ´c wieder zulassen. Bei den Wahlen am 4. Juni 1989 tritt die Gewerkschaft gegen die Kommunisten an und gewinnt; Lech Wa l~esa wird 1990 Staatspräsident.

46 Der Siegeszug des Heimcomputers Heute sind sie in Beruf und Freizeit nicht mehr wegzudenken; doch selbst Experten haben noch in den 1970er Jahren bezweifelt, dass je eine wirkliche Nachfrage nach Computern für den Privatbereich bestehen würde – schließlich waren Computer bis dahin nicht nur immens teuer (bis zu neun Millionen Dollar), sondern auch sehr groß und wartungsintensiv. Doch am 12. August 1981 stellt IBM den ersten Personal Computer (PC) vor: den IBM 5150. Der IBM-Rechner hat eine vergleichbare Leistung wie die riesigen Maschinen, ist aber um ein Vielfaches kleiner und kostet nur 1500 Dollar. Damit wird der PC zum Gebrauchsgegenstand, den sich auch normale Haushalte leisten können. Innerhalb von drei Jahren kann IBM zwei Millionen PCs verkaufen – viermal so viel wie erhofft. 2005 gibt es weltweit rund 880 Millionen PCs, in Deutschland verfügen 2006 77 Prozent der Haushalte über einen PC.

47 Völkermord in Ruanda Die Ermordung des ruandischen Präsidenten Juvénal Habyarimana am 6. April 1994 wird zum Auslöser eines brutalen Völkermords. Der seit der Kolonialzeit schwelende Konflikte zwischen den rivalisierenden ruandischen Volksgruppen der Hutu und der Tutsi eskaliert. Bereits 30 Minuten nach Bekanntwerden des Mordes an Habyarimana, der der Bevölkerungsmehrheit der Hutu angehört, kommt es zu ersten Morden in der Hauptstadt Kigali. Die Täter kommen vor allem aus den Reihen der Armee, der Präsidentengarde, der Polizei und der Behörden. Doch nur wenige Tage später greift die Gewalt im ganzen Land um sich. Zwischen 500 000 und einer Million Menschen werden ermordet. Die Differenzen zwischen den Volksgruppen sind bis heute nicht überwunden.

48 Freiheit für Nelson Mandela Am 11. Februar 1990 wird der Rechtsanwalt Nelson Mandela nach 27 Jahren als politischer Gefangener aus der Haft entlassen. Schon als Student und Mitbegründer der Jugendorganisation des ANC (African National Congress) 1944 engagiert sich Mandela gegen die weiße Minderheitsregierung. Ursprünglich ein Anhänger des gewaltfreien Widerstands, befürwortet Mandela nach Gewaltakten des Apartheid-Regimes gegen Demonstranten 1960 und dem folgenden Verbot des ANC auch den bewaffneten Kampf. 1962 wird Mandela zunächst zu fünf Jahren, 1964 zu lebenslanger Haft verurteilt. 1990 erfolgen unter dem neuen südafrikanischen Präsidenten de Klerk die Freilassung aller politischen Gefangenen, darunter auch Mandelas, und die Wieder‧zulassung des ANC. Bereits in seiner ersten Rede nach der Haft zeigt Mandela seinen Wunsch nach Versöhnung für ein demokratisches Südafrika ohne Rassentrennung auf. 1993 erhalten Mandela und de Klerk für ihren Einsatz gegen die Apartheid gemeinsam den Friedensnobelpreis. 1994 wird Mandela zum Präsidenten Südafrikas gewählt.

49 Neues Staatsangehörigkeitsgesetz Der von der rot-grünen Bundesregierung 1999 vorgelegte Gesetzentwurf zur Änderung des Reichs- und Staatsangehörigkeitsrechts von 1913 führt zu heftigen Konflikten mit der Opposition, vor allem wegen der angestrebten Duldung der doppelten Staatsbürgerschaft, die die Einbürgerung erleichtern soll. CDU und CSU initiieren dagegen eine bundesweite Unterschriftenkampagne. Durch den Sieg von CDU und FDP in den hessischen Landtagswahlen 1999 ändern sich die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat zugunsten der Opposition; um die geplante Reform durchführen zu können, wird ein Kompromiss notwendig. Am 1. Januar 2000 tritt das neue Gesetz in Kraft. Nun erlangen nicht mehr nur Kinder mit einem deutschen Elternteil durch Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft; auch ein in Deutschland geborenes Kind ausländischer Eltern kann neben der Staatsangehörigkeit der Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit (Geburtsortsprinzip) erhalten. Ebenfalls neu ist die Optionspflicht: „Doppelstaatler“, die neben dem deutschen einen anderen Pass besitzen, müssen sich, mit Ausnahmen, nach dem 18. Geburtstag für eine Staatsangehörigkeit entscheiden. Außerdem besteht nun bereits nach acht Jahren Aufenthalt in Deutschland ein Rechtsanspruch auf Einbürgerung (bislang: 15 Jahre). Erleichtert wird auch die Annahme einer zweiten Staatsbürgerschaft deutscher Bürger.

Eva Enzinger

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