Ausstellung in Paderborn Vom Almosen zum Sozialstaat - wissenschaft.de
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Ausstellung in Paderborn

Vom Almosen zum Sozialstaat

Warum setzen sich Menschen seit Jahrhunderten für andere ein? Wie wurde Nächstenliebe zu unterschiedlichen Zeiten gelebt? Das sind die Leitfragen der Ausstellung „CARITAS – Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart“, die das Diözesanmuseum Paderborn vom 23. Juli bis zum 13. Dezember 2015 zeigt.

Die neue Sonderausstellung im Diözesanmuseum nimmt damit erstmals die Geschichte der tätigen Nächstenliebe in den Blick. Sie soll zeigen, wie sich das Thema in Kunst und Kultur der verschiedenen Epochen auf jeweils eigene Weise dargestellt hat. Der Schwerpunkt der Schau liegt auf der christlichen Nächstenliebe, der Caritas, einer Idee, die aus Sicht der Ausstellungsmacher in ihrer kompromisslosen Hinwendung zum Mitmenschen zu Beginn geradezu revolutionär gewesen ist.

Für „CARITAS – Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart“ werden hochkarätige Exponate aus bedeutenden Museen und Sammlungen aus ganz Europa und den USA nach Paderborn geholt. Antike Sarkophage, Wandmalereien aus römischen Katakomben und mittelalterliche Schatzkunst sowie Gemälde und Zeichnungen namhafter Künstler erzählen davon, welche unterschiedlichen Vorstellungen von Nächstenliebe es im Lauf der Jahrhunderte gegeben hat und welche Motivationen sowie Formen helfender Zuwendung eine Rolle gespielt haben. Videoinstallationen sollen helfen, das Thema in die Gegenwart zu transportieren.

Die Ausstellung beginnt mit den Ursprüngen der Caritas bei den frühen Christen, folgt den Spuren ihrer Institutionalisierung in den Herrschaftsgebieten mittelalterlicher Könige und Bischöfe und beleuchtet die Gründung der ersten Hospitäler, Armen- und Waisenhäuser in Zeiten von Pest, Kriegen und Hungersnöten. Seit dem 16. Jahrhundert trat die institutionalisierte städtische bzw. frühstaatliche Fürsorge an die Stelle des Almosens. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entstanden dann neue Formen der Massenverelendung und Armut, denen man sowohl mit kirchlichen als auch mit staatlichen Initiativen zu begegnen suchte.

„Mit unserer neuen Ausstellung bieten wir nicht nur eine herausragende und bislang einmalige kulturhistorische Rückschau auf die Geschichte der Nächstenliebe, sondern behandeln auch ein Thema von geradezu brennender Aktualität. In diesen von Krisen geschüttelten Zeiten und angesichts einer von Gewaltszenarien geprägten Bilderflut möchten wir das Thema der Liebe und Hilfsbereitschaft stark machen und dagegen stellen“, sagt Prof. Dr. Christoph Stiegemann, Direktor des Diözesanmuseums Paderborn.

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Die Schau wird in Kooperation mit dem Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e.V. ausgerichtet, der im Jahr 2015 sein 100-jähriges Bestehen feiert. Zur Ausstellung erscheint ein ausführlicher, reichbebilderter Katalog im Michael Imhof Verlag.

Redaktion DAMALS

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