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Die Familie Schwarzenberg

Von Franken nach Wien und Böhmen

Von kleinen Anfängen in Franken stiegen die Schwarzenberg zu höchsten Ämtern an den Höfen der Habsburger in Wien und Prag auf. Dabeiwurde das Königreich Böhmen immer mehr zumZentrum dieser mächtigen Familie.

Die Schwarzenberg-Palais in Wien und Prag tragen den Namen einer der bedeutendsten Adelsdynastien des Alten Reichs. Das Palais der Fürstenfamilie auf dem Hradschin ist das früheste Zeugnis Prager Renaissance. Das imposante Wiener Palais, das noch immer im Besitz der Familie ist, zeugt von der wirtschaftlichen Prosperität der Familie, aber auch von der immensen Schaffenskraft und bemerkenswerten Phantasie der Barockarchitekten Hildebrandt und Fischer von Erlach. 1716 hatte Fürst Adam Schwarzenberg das Palais erworben und für seine Familie als repräsentatives Stadtschloss ausbauen lassen. Vom Rang der Familie für das Kaiserhaus zeugt auch der Name des Platzes vor dem Palais: Schwarzenberg-Platz.

Die Bedeutung der Schwarzenbergs für das Alte Reich illustrieren auch das Reiterdenkmal vor dem Wiener Palais sowie die Büste in der Walhalla, dem von König Ludwig I. von Bayern erbauten „Ruhmestempel der Deutschen“ bei Regensburg. Beide zeigen Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg, der als österreichischer Feldmarschall in den Befreiungskriegen den Truppen gegen Napoleon vorstand und in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 die verbündeten Streitkräfte Österreichs, Preußens, Russlands und Schwedens befehligte. Nach dem Sieg gegen die Franzosen zog Fürst Karl Philipp an der Spitze der Truppen in Paris ein.

Der Weg der Schwarzenberg in die Geschichte begann, urkundlich nachweisbar, mit dem Edelfreien Sifridus de Sowensheim (Seinsheim) im Jahr 1172 im Fränkischen. Mit dem Erwerb von Burg und Herrschaft Schwarzenberg bei Scheinfeld am Steigerwald zu Beginn des 15. Jahrhunderts übernahm die Familie den wohlklingenden Namen ihrer neuen Besitzung. 1428 wurde die Herrschaft Reichslehen, im darauffolgenden Jahr erhob König Sigismund Erkinger von Seinsheim auf Schwarzenberg in den Freiherrenstand und übergab ihm das ehrenvolle Amt des Oberjägermeisters im Hochstift Würzburg. Bereits in dieser Zeit zählten zu ihrem Besitz einige Höfe in Böhmen, das bald Hauptwohnsitz der inzwischen in verschiedene Linien verzweigten Familie werden sollte. Der Aufstieg der kaisertreuen Schwarzenberg ging schnell vonstatten: 1599 erhielt Adolph Freiherr von Schwarzenberg das Grafendiplom, die Fürstenwürde des Heiligen Römischen Reiches folgte 1670 für Graf Johann Adolph. Knapp ein Jahr später erklärte der Kaiser die schwarzenbergische Herrschaft zur gefürsteten Grafschaft, wodurch der Aufnahme zu „Sitz und Stimme“ auf der Fürstenbank des Reichstags in Regensburg nichts mehr im Weg stand.

Durch Erwerb von Gütern in Franken, Südböhmen, in der Obersteiermark, in Krain, in den Niederlanden, in Westfalen, der Grafschaft Sulz und der Landgrafschaft Klettgau, den Herrschaften Illereichen und Kellmünz im Schwäbischen Reichskreis sowie umfangreicher Herrschaftsrechte im Breisgau stieg die Familie zwischen der Mitte des 17. und dem Ende des 18. Jahrhunderts zu einer der wohlhabendsten und führenden Familien des Reichs auf. Somit konnten die Schwarzenberg Einfluss auf die Reichspolitik nehmen, zum einen in Wien durch ihre reichsunmittelbare Stellung und ihre Nähe zum Kaiserhaus, zum anderen in Regensburg durch ihren Gesandten auf der Fürstenbank des Reichstags. Und auch in den Reichskreisen Franken und Schwaben nahmen ihre Vertreter Platz…

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Peter Styra

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