Chronologie - die Koalitonskriege Von Valmy bis Waterloo - wissenschaft.de
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Chronologie - die Koalitonskriege

Von Valmy bis Waterloo

In sechs sogenannten Koalitionskriegen haben die europäischen Mächte versucht, das revolutionäre Frankreich bzw. Napoleon I. zu bezwingen – am Ende mit Erfolg, auch dank der Vorbildwirkung des Tiroler Aufstands unter Andreas Hofer von 1809. Und dennoch hat der Verlierer Europa nachhaltig verändert.

1792–1797 Erster Koalitionskrieg Erster Koalitionskrieg gegen das revolutionäre Frankreich. Die europäischen Mächte rechnen mit einem schnellen Feldzug, an dessen Ende die Wiedereinsetzung Ludwigs XVI. in seine alten Rechte stehen soll. Bei der Kanonade von Valmy am 20. September 1792 zeigt sich jedoch, dass die Revolutionstruppen keineswegs panikartig die Flucht ergreifen. Johann Wolfgang von Goethe, der als Kriegskommissar des Herzogs von Weimar an dem Feldzug teilnimmt, kommentiert das Geschehen: „Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabeigewesen.“ Mit dem Frieden von Basel schert Preußen 1795 aus der antifranzösischen Koalition aus. Beendet wird der Krieg durch den Frieden von Campo Formio zwischen Frankreich und Österreich am 17. Oktober 1797, der den Habsburgern unter anderem den Verlust der österreichischen Niederlande (= Belgien, Luxemburg) bringt. In einem geheimen Zusatzprotokoll anerkennt Österreich den Rhein als Grenze zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich.

1798–1802 Zweiter Koalitionskrieg Durch den frühen Rückzug Russlands aus der Koalition muss Österreich die Last der Kämpfe in Europa wieder weitgehend allein tragen. In Frankreich rückt Napoleon 1799 als Erster Konsul an die Spitze des Staates. In den Schlachten von Marengo und Hohenlinden besiegt er die Österreicher. Der Kaiser muss offiziell im Namen des Heiligen Römischen Reichs den Rhein als Grenze anerkennen. 1804 krönt sich Napoleon selbst zum Kaiser der Franzosen.

1805 Dritter Koalitionskrieg Der Dritten Koalition gegen Napoleon gehören Österreich, Russland, Großbritannien und Schweden an. In der „Drei-Kaiser-Schlacht“ von Austerlitz erringt Napoleon am 2. Dezember 1805 den entscheidenden Sieg. Die süddeutschen Staaten schließen sich in dem von Napoleon initiierten Rheinbund zusammen. Bayern und Württemberg werden erbliche Königreiche. Unter dem Druck des französischen Kaisers legt Franz II. am 6. August 1806 die Krone des Heiligen Römischen Reichs nieder und nennt sich fortan nur noch Franz I. von Österreich. Im Frieden von Pressburg (26. Dezember 1805) gewinnt Österreich die ehemaligen geistlichen Herrschaften Salzburg und Berchtesgaden, muss aber größere Gebiete abtreten. Dazu gehören Territorien in Oberitalien, vor allem aber Teile der habsburgischen Erblande: Tirol und Vorarlberg fallen an Bayern, die Vorlande (die österreichischen Herrschaften im heutigen Südwestdeutschland) werden zwischen Württemberg und Baden aufgeteilt.

1806/07 Vierter Koalitionskrieg Preußen gibt seine Neutralität auf und wendet sich allein gegen Napoleon. In der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 werden die preußischen Truppen vernichtend geschlagen. Die Unterstützung Russlands kommt zu spät. Im Frieden von Tilsit verliert Preußen rund die Hälfte seines Staatsgebiets.

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1809 Fünfter Koalitionskrieg Da Frankreich durch die Niederschlagung des spanischen Aufstands abgelenkt und geschwächt scheint, kündigt Österreich das Zwangsbündnis mit Napoleon auf und sucht neuerlich die militärische Entscheidung. Vom Kaiser und vor allem von Erzherzog Johann ermuntert, erheben sich die Tiroler unter Andreas Hofer gegen die bayerische Herrschaft. In der zweiten Bergisel-Schlacht gelingt es den Aufständischen am 29. Mai 1809, die Bayern zu vertreiben. Nach zeitweiligen Erfolgen besiegelt die Schlacht bei Wagram am 5./6. Juli die neuerliche österreichische Niederlage. Davon zunächst unberührt, gelingt es den Tiroler Aufständischen, einen Angriff bayerischer, französischer und sächsischer Truppen in der dritten Bergisel-Schlacht am 13. August 1809 zurückzuschlagen. Andreas Hofer übernimmt die Regierung Tirols im Namen des Kaisers. Der Erfolg der Aufständischen ändert aber nichts an der Gesamtlage. Der am 14. Oktober 1809 geschlossene Frieden von Schönbrunn bringt Österreich weitere Gebietsverluste (vor allem im heutigen Slowenien und Kroatien). Innsbruck wird von den Bayern zurückerobert. Die Aufständischen unterliegen in der vierten Bergisel-Schlacht am 1. November 1809.

1810 Andreas Hofers Ende Am 28. Januar 1810 wird Andreas Hofer auf der Pfandleralm über dem Passeiertal von französischen Soldaten gefangen genommen. Die Soldaten stehen unter dem Kommando des Vizekönigs von Italien, Napoleons Stiefsohn Eugène de Beauharnais. Hofer wird nach Mantua gebracht und nach kurzem Prozess zum Tod verurteilt. Am 20. Februar 1810 wird er hingerichtet.

1812–1814 Sechster Koalitionskrieg Napoleon I. marschiert in Russland ein. Zwar gelingt es ihm, Moskau zu erobern. Doch die Stadt ist von ihren Bewohnern weitgehend verlassen und zum Teil angezündet worden. Versorgungsschwierigkeiten und Epidemien zwingen ihn zum Rückzug. Mit der Konvention von Tauroggen erklärt der preußische General Yorck von Wartenburg am 30. Dezember 1812 die unter seinem Kommando stehenden Truppen für neutral. Schließlich tritt Preußen auch offiziell auf die Seite Russlands. Vorbild für die in den Befreiungskriegen gebildeten „freiwilligen Jäger“ ist auch der Tiroler Aufstand von 1809. So schwärmt der Schriftsteller Ernst Moritz Arndt, „dass in dieser Zeit die tapferen Tiroler Landleute und Bauern unter ihrem heldenmütigen Anführer, dem Sandwirt Andreas Hofer von Passeier, und die spanischen Landleute von Navarra, Aragonien, Katalonien und Kastilien durch ihren frommen und treuen Mut berühmter geworden sind als alle stehenden Heere“. Zur entscheidenden Niederlage Napoleons wird die Völkerschlacht von Leipzig (16.–19. Oktober 1813). Die Alliierten verfolgen die Franzosen über den Rhein und marschieren am 31. März 1814 in Paris ein; wenige Tage später tritt Napoleon zurück.

1814/15 Der Wiener Kongress Neuordnung des Kontinents nach dem Ende der napoleonischen Kriege. Österreich erhält große Teile der verlorenen Gebiete zurück, auch Tirol und Vorarlberg. An die Stelle des Heiligen Römischen Reichs tritt der Deutsche Bund. Endgültiger Sieg über den von Elba zurückgekehrten Napoleon am 18. Juni 1815 bei Waterloo.

Geschichte trifft Zukunft 1809–2009. Veranstaltungen im „Hofer-Jahr“

Der Aufstand gegen die bayerische Besatzung vor 200 Jahren wird im österreichischen Bundesland Tirol sowie in den Autonomen Provinzen Bozen und Südtirol in Italien mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm gewürdigt. Dabei steht bei der Südtiroler Landesausstellung in der Franzensfeste bewusst nicht der historische Rückblick im Mittelpunkt, sondern es wird unter dem Titel Labyrinth :: Freiheit die menschliche Sehnsucht nach Freiheit in einem umfassenden Ansatz zum Thema gemacht. Rund 200 Exponate werden in 86 Ausstellungsräumen zu sehen sein: Objekte der Alltagskultur und eigens für diesen Anlass geschaffene Kunstwerke, ergänzt durch schriftlich oder audiovisuell dokumentierte Alltagsgeschichten.

Aber auch historisch Interessierte kommen in dem Gedenkjahr nicht zu kurz: Flankiert wird die Schau in der Franzensfeste durch Ausstellungen in fünf weiteren Museen: dem Südtiroler Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte Schloss Tirol bei Meran („Für Freiheit, Wahrheit und Recht!“ – Joseph Ennemoser und Jakob Philipp Fallmerayer: Tirol von 1809 bis 1848/49“), dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum (Hofer wanted) dem Südtiroler Landesmuseum für Tourismus/Touriseum (Der mit dem Bart …), dem MuseumPasseier in St. Leonhard (Helden & Hofer (http://www.museum.passeier.it) und dem Museo Storico del Trentino in Trient (Nell’anno di Hofer: popolazione e società in val di Fiemme nel 1809). In der Wanderausstellung Tirol 1809–2009: Vom Freiheitskampf zum Kassenschlager sind schließlich Originaldokumente, Waffen, Münzen und Medaillen, zahlreiche Abbildungen zum Freiheitskampf sowie zum Teil kuriose Beispiele der Hofer-Verehrung zu sehen.

http://www.1809-2009.eu

Uwe A. Oster

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