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Streck|mus|kel  〈m. 25; Anat.〉 = Strecker (1)

Ma|ri|ne|of|fi|zier  〈m. 1; Mil.〉 Offizier bei der Marine (2); Sy Seeoffizier ... mehr

Nachdem wir jetzt alle Bilder im Kasten haben, geht an das Bearbeiten. Denn man kann aus mäßigen Bildern einiges herausholen und auch die besten Astrofotos werden so gut wie immer nachbearbeitet. Astrofotografie ist weniger reine Dokumentation als vielmehr Kunst.

 

Bildverarbeitung

Wem man länger belichtet hat, ist der Himmel meist unschön aufgehellt und das in hässlichen Orange- oder Grüntönen. Zum Beispiel wie dieses hier:

C/2020 F3 (NEOWISE) am 13.07.2020.  Stack aus 22 Bildern zu 30s, ISO 1600, 120 mm, Blende 5, nachgeführt. Pentax K-S2. 16 Darks, 3 Flats, keine Bias-Frames. Median-Kappa-Sigma Stacking, Kappa=2. Bild: Autor.

Das Bild ist gestackt, das Stacken behandeln wir im Anschluss. Wer nicht stackt, fängt mit den folgenden Schritten an, wer stackt, tut dies zuerst und fährt dann hier fort.

Wie bekommen wir den Himmel dunkel? Dazu braucht man ein Bildverarbeitungsprogramm auf dem PC. Ich selbst arbeite mit Photoshop, viele Astrofotografen verwenden spezielle, meist kostenpflichtige Programme für die Astrofotografie. Für unseren Schnupperkurs reicht ein kostenloses Programm.

Ich nehme hier mal das unter freier Gnu-Lizenz für Windows, Mac und Linux verfügbare GIMP (Gnu Image Manipulation Program) als Referenz. Photoshop funktioniert ähnlich, hat aber noch ein paar Kniffe (Filter) mehr drauf und war früher bei manchen Digitalkameras in abgespeckter Version (nur 8-Bit-Modus)) mit dabei. Bei vielen Kameras wird heute ein Bildverarbeitungsprogramm mitgeliefert (bei meiner Pentax die “Pentax Digital Camera Utility”). Der Vorteil von GIMP und Photoshop ist, dass sie Bildebenen verarbeiten können, die wir weiter unten bei der Gradientenreduzierung brauchen. Alles andere geht auch mit einfacheren Programmen.

Die GIMP-Hilfe muss man separat installieren, bei mir ging der Link zur Online-Version nicht (in den Einstellungen “Hilfesystem” auf “die lokale installierte Kopie verwenden” umstellen). Um RAW-Format-Bilder zu öffnen installiert man sich zusätzlich RAWTherapee. RAWTherapee wird automatisch in GIMP integriert, wenn man GIMP danach neu startet und ein RAW-Bild zu laden versucht, indem man es in das GIMP-Fenster zieht. Man kann dann einfach das RAWTherapee-Fenster wieder schließen und das Bild öffnet in GIMP. Wenn man andere Bildverarbeitungsprogramme verwendet, kann man mit dem Speichern-Knopf ganz unten (im Bild rot markiert) das Bild als TIFF speichern (nicht JPEG, das wäre eine Qualitätsverlust – tun wir erst ganz zum Schluss).

In GIMP empfiehlt es sich, unter “Fenster→andockbare Dialoge” mindestens

  • den Werkzeugkasten,
  • das Journal,
  • die Ebenen und
  • die Werkzeugeinstellungen

im Hauptfernster anzudocken, um sie schnell zu erreichen. Der Werkzeugkasten enthält unsere Bearbeitungswerkezuge. Das Journal zeigt die letzten Aktionen, die man gemacht hat, eine Art mehrstufiges “Rückgängig machen”. Man kann so durch Anklicken eines früheren Journalbildes eine Reihe von Änderungen ungeschehen machen und es noch einmal versuchen. Die Ebenen brauchen wir später beim Gradienten abziehen. Und die Werkzeugeinstellungen dienen dazu, die angewendeten Effekte zu steuern.

 

Histogramm Stretchen

Weiter in GIMP: Der erste Schritt der Verarbeitung dient dazu, dem interessanten Teil des Bildes den vollen Kontrast zu geben und alles Uninteressante auszublenden – dies nennt man das Histogramm stretchen. Dazu öffnet man in GIMP das Dock “Journal” unter Fenster→andockbare Dialoge Den größten Teil des Hintergrunds eliminiert man mit der Tonwertkorrektur, die bei GIMP “Farbwerte anpassen” heißt. Man findet sie im Menü “Farben” unter “Werte…”. Das Histogramm zeigt, wieviele Pixel welcher Helligkeit im Bild vorhanden sind. Die Helligkeitsskala läuft von links (Schwarz) nach rechts (Weiß). Mit den dreieckigen Reglern unter der Skala (im folgenden Bild rot umrahmt) kann man

  • Linker Regler: den Schwarzwert anheben und näher an die dunkelsten Pixel im Bild bringen (diese also dunkler machen) bzw.
  • Rechter Regler: den Weißwert absenken, also die hellsten Pixel näher an Weiß bringen (heller machen).
  • Mittlerer Regler: dieser steuert, wie steil die Helligkeit ansteigt (Gammawert) und man kann damit dunkle Partien anheben (Regler nach links schieben, Wert kleiner 1,00) bzw. absenken (Regler nach rechts, Wert größer 1,00), ohne die Randwerte für Weiß und Schwarz zu verändern.

Also zieht man unter dem Histogramm den linken Regler (Schwarzwert) bis zur linken Kante des Histogramms, so dass der Himmel dunkel wird. Dann den rechten Regler (Weißwert) ein Stück nach links, so dass der Komet wieder heller wird; der Himmel wird dabei ebenfalls etwas heller. Und zum Schluss den mittleren Regler (Gamma) so weit nach links, bis der Hintergrund wieder dunkler wird, bis man ein ästhetisches Bild mit möglichst viel Kometenschweif erreicht hat. Dann mit “ok” bestätigen.

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