Adams Eltern - wissenschaft.de
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Bücher

Adams Eltern

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Autor: Friedemann Schrenk, Timothy G. Bromage-xxx- Verlag: C.H. Beck, München 2002-xxx- Seiten: 255-xxx- ISBN: 3406486150-xxx- Buchpreis: 19,90 Euro
Expeditionen in die Welt der Frühmenschen

Wie eine abenteuerliche Spurensuche im südöstlichen Afrika gleich mehrere Lücken in unserem Wissen zur frühen Menschwerdung füllt.

Anfangs hatte man sie noch in Asien vermutet. Doch kein Zweifel: Die Wiege der Mensch-heit ist in Afrika. Dort entstand der aufrechte Gang, legte das Gehirn an Gewicht zu und entwickelten unsere Vorfahren jene Eigenschaften, die es ihnen erlaubten, so überaus erfolgreich die Erde zu besiedeln.

Seit Jahrzehnten erkunden Paläoanthropologen die Fossilfundstellen vor allem in Süd- und Ostafrika. Zwischen diesen beiden Hauptfundgebieten indes klaffte lange eine empfindliche Lücke: Zum einen fehlten gut erhaltene Hominidenfossilien aus der kritischen Zeit zwischen zwei und drei Millionen Jahren – damals entstand aus den Australopithecinen die Gattung Homo. Zum anderen waren keine Fossilien von Frühmenschen aus dem Tausende Kilometer großen Zwischengebiet im südlichen Teil des afrikanischen Grabenbruchsystems bekannt. Doch nur über diesen Korridor können unsere frühsten Vorfahren miteinander in Kontakt gestanden haben.

Anfang der achtziger Jahre machen sich zwei junge Fossilienforscher daran, diese Lücke zu schließen. Ein mutiges Unternehmen, denn Frühmen-schenfunde sind so rar wie die sprichwörtliche Stecknadel im Heuhaufen, und ebenso rar machte sich anfangs auch das wichtigste Grabungsutensil: Geld. Doch die Rechnung der beiden Jung-Forscher Friedemann Schrenk und Tim Bromage geht auf. Nach jahrelangen erfolglosen Grabungen entdecken sie eines Tages in Sedimentschichten am Malawi-See den rund 2,5 Millionen Jahre alten Unterkiefer eines Homo rudolfensis – und damit im so genannten Hominiden-Korridor Malawis den ältesten Nach-weis der Gattung Homo.

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In einem ebenso amüsant zu lesenden wie sachkundigen Buch schildert Schrenk, mittlerweile Professor für Paläobiologie an der Universität in Frankfurt/Main, gemeinsam mit seinem amerikanischen Freund und Kollegen Tim Broma-ge, der Professor für Anthropologie in New York ist, wie alles anfing: wie sie erstmals nach Afrika kamen und wie der mitunter abenteuerliche Alltag in einem Forschungscamp aussieht. Zwischen den Zeilen spürt man den tiefen Respekt, den die Wissenschaftler auch den „Jetztzeit-Menschen“ Malawis entgegenbringen. Ohne die engagierten Malawier wäre das Forschungsprojekt nicht möglich gewesen: Hunderte von Quadratkilometern mussten durchsucht und Tonnen von Gestein bewegt werden, um die Fossilien zu entdecken und die Befunde wissenschaftlich zu sichern.

Geschickt verknüpft das Paläoanthropologen-Gespann seinen Expeditionsbericht mit einer Hintergrundreportage aus der Frühzeit der Menschheit. Denn das Leitmotiv ihrer Arbeit war und ist die Frage nach dem Woher der Arten. Vor allem: Woher kommen wir – wann erschienen die ersten Menschen-ahnen auf der Erde?

Dr. Matthias Glaubrecht
Evolutionsbiologe und Kurator am Museum für Naturkunde in Berlin.

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