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Holl, Frank (Hrsg.)

Alexander von Humboldt. Mein vielbewegtes Leben – Der Forscher über sich und seine Werke

Zum 150. Mal jährt sich 2009 der Todestag Alexander von Humboldts, dem jüngeren Bruder des späteren preußischen Staatsmanns Wilhelm von Humboldt, dessen Forschungsdrang und Schaffenskraft schier ins Unermessliche gingen. Die Vielzahl seiner Publikationen, neuen Entdeckungen und ausgedehnten Forschungsreisen ließen schon seine Zeitgenossen von einem „Universalgelehrten“ sprechen. Friedrich Schiller berichtete von dessen „rastloser Tätigkeit“, auch Humboldt selbst sprach von einem „ewigen Treiben“, von dem er ergriffen sei, „als wären es 10 000 Säue“ und stellte fest: „Voller Unruhe und Erregung, freue ich mich nie über das Erreichte, und ich bin nur glücklich, wenn ich etwas neues unternehme, und zwar drei Sachen mit einem Mal.“

Frank Holl, Literaturwissenschaftler und Historiker, ist seit 1994 Kurator einer internationalen Ausstellungsreihe zu Alexander von Humboldt. Er stellt in seinem neuen Buch Humboldts Leben und Schaffen chronologisch in dessen eigenen Texten dar – von den klassischen Schriften über Briefe bis hin zu Reisetagebüchern. Auf diese Weise gelingt es ihm, den Forscher sein Leben gewissermaßen selbst erzählen zu lassen, wobei Humboldts Texte von erläuternden Überleitungen des Autors begleitet werden. Zugleich verwendet er noch vor der Überarbeitung für die Buchausgaben entstandene Texte Humboldts, darunter oft wenig oder kaum bekannte Fassungen. Daher gibt es neben einigen Überraschungen außerdem Bekenntnisse zu entdecken, die – auch in politischer Hinsicht – keine diplomatischen Rücksichten nahmen.

In seinem „Politischen Essay über die Insel Kuba“ machte Humboldt etwa keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen die Sklaverei: „Ohne Zweifel ist die Sklaverei das größte aller Übel, welche die Menschheit gepeinigt haben, sei es, dass man den Sklaven betrachtet, wie er seiner Familie in der Heimat entrissen…wird, oder dass man ihn als Teil der Herde schwarzer Menschen, die auf dem Boden der Antillen zusammengepfercht wird, betrachtet…“ Aber auch Amüsantes wusste Humboldt zu berichten, seinem Bruder schilderte er 1804 in einem Brief aus Paris folgende Begebenheit: „Mein indianischer Bedienter sagt von der schändlichen Gräfin (Caroline Gräfin Schlabrendorf, geb. Gräfin Kalckreuth, die gern Männerkleidung trug) »Dies ist keine Frau, sie benimmt sich wie ein Mann und trägt Hosen.« Du siehst, Guter, dass wir lustig sind und sehr fröhlich.“ So entsteht ein unmittelbares und persönliches Bild des Forschers, die zentralen Gedanken Humboldts werden lebendig. Ergänzt wird der Band durch zahlreiche zeitgenössische Illustrationen und Zeichnungen von Humboldts Hand und lässt solchermaßen sein „vielbewegtes Leben“ wiederauferstehen.

Rezension: Moser, David

Holl, Frank (Hrsg.)
Alexander von Humboldt. Mein vielbewegtes Leben – Der Forscher über sich und seine Werke
Eichborn Verlag, Berlin 2009, 288 Seiten, Buchpreis € 29,95
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