AUTO - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Bücher

AUTO

vanderbilt.jpg
Autor: Tom Vanderbilt-xxx- Verlag: Hoffmann und Campe, Hamburg 2009-xxx- Seiten: 480 S.-xxx- ISBN: 3–455–50035–8-xxx- Buchpreis: € 23,–
Warum wir fahren, wie wir fahren und was das über uns sagt

Der lapidare Titel trügt. In „Auto“ geht es nicht um Spitzentechnik, um Turbolader, Beschleunigungswerte und Drehmomente. Das Buch ist keine Hymne an den Fetisch Automobil, sondern es geht darin um dessen fehleranfälligste und unberechenbarste Komponente: den Fahrer und dessen Verhalten im Biotop Straßenverkehr.

Viele Forscher unterschiedlichster wissenschaftlicher Disziplinen von der Soziologie über die Ökonomie bis zur Gehirnforschung haben sich mit diesem Langzeitexperiment beschäftigt, in dem atavistische Verhaltensmuster mit charakterlichen und physiologischen Unzulänglichkeiten eine brisante Mischung eingehen. Der amerikanische Journalist Tom Vanderbilt zitiert sie alle. Zur Sprache kommen das Elend der Pendler, der Fluch des Staus und die Ohnmacht der Verkehrsplaner, auch die verhängnisvollen Folgen zwanghaft falscher Reaktionen, von Selbstbetrug und Überforderung. Eine wahrhaft inhumane Versuchsanordnung
also, der sich jeder Autofahrer täglich aussetzt.

Doch Vanderbilt verweist nicht nur auf die Probleme, sondern zeigt auch Lösungsmöglichkeiten. Und er beschränkt sich bei seinen Szenarien nicht auf US-amerikanische Verhältnisse, sondern bezieht europäische und asiatische Aspekte und Forschungsansätze mit ein. Trotz der Fülle an Fakten, Studien und Theorien erweist sich dieses Kompendium automobiler Daseinsbewältigung als spannende, lehrreiche und bekömmliche Lektüre, zumal der Autor weitergehende Verweise und Detailerläuterungen ins Kleingedruckte verbannt hat. Über 70 Seiten umfasst der Fußnotenteil im Anhang. Eine optische Reverenz an die Ameisen, denen Stauprobleme fremd sind?

Hans Schmidt

Anzeige
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Dossiers

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Neu|rom  〈n. 11; Med.〉 Nervengeschwulst, die Nervenzellen, Nervenfasern u. Bindegewebe enthält [<grch. neuron ... mehr

Dill  〈m. 1; Bot.〉 einjähriges Doldengewächs mit zerschlitzten Blättern, Salatgewürz: Anethum graveolens; oV 〈österr.〉 Dille ... mehr

hei|misch  〈Adj.〉 1 heimatlich, zur Heimat gehörend 2 häuslich, vertraut, gewohnt ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige