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Hans-Peter Kuhnen

Der unbekannte Limes

Das Römische Reich, welches sich einst vom Hadrianswall im heutigen Nordengland bis nach Mesopotamien erstreckte, sicherte seine Grenzregionen mithilfe von Befestigungssystemen ab, welche als limites (singular: limes) bezeichnet werden. Während im deutschsprachigen Raum dabei hauptsächlich an den Obergermanisch-Rätischen Limes gedacht wird, dürfte weniger bekannt sein, dass die Römer ihr Reich auch im Orient mithilfe eines Limes absicherten, der vom Schwarzen bis zum Roten Meer reichte.

Hans-Peter Kuhnen hat es sich mit seinem Buch zum Ziel gemacht, gleich auf zweierlei Weise das Interesse an der „Wüstengrenze“ des Römischen Reichs und das Wissen darüber voranzutreiben. Im ersten Teil des Buches nämlich stellt Kuhnen die historische Entwicklung des Orientlimes gemäß des aktuellen Forschungsstands dar, während im zweiten Teil ein Reiseführer angeboten wird, der einen potentiellen Touristen durch die Fundstätten des Limes im heutigen Israel und Jordanien führt. Dem Leser sollen also Theorie und Praxis gleichermaßen zugänglich gemacht werden.

Der theoretische Teil ist dabei so konzipiert, das auch ein Leser ohne Vorkenntnisse keine Schwierigkeiten haben sollte, in das Thema einzusteigen: Die Geographie des Orients wird knapp erläutert sowie mithilfe von Karten dargestellt, und auch die Geschichte der Region vor der Ankunft der Römer wird in einem Abriss vermittelt. Daraufhin wird die Erforschung des Orientlimes seit ihren Anfängen im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart geschildert, was wegen der abenteuerlichen Bedingungen, unter denen Forscher im Orient oftmals arbeiten mussten, durchaus unterhaltsam zu lesen ist. Die Entstehung des Orientlimes sowie seine Entwicklung während der Römerzeit wird dann am ausführlichsten behandelt. Von den Anfängen unter Pompeius bis zu den Eroberungszügen der Araber im 7. Jahrhundert werden die Bedrohungen, denen die römischen Provinzen im Orient ausgesetzt waren, sowie Roms Sicherheitspolitik in der Region geschildert. Um bloßes Nacherzählen von Ereignisgeschichte handelt es sich hierbei allerdings nicht. Vielmehr begibt sich Kuhnen auf eine Spurensuche, um den Limes und seine Geschichte zu rekonstruieren, so dass sowohl die Funktionen römischer Verteidigungssysteme als auch deren Anpassungen an lokale Anforderungen durchweg thematisiert werden. Diese Rekonstruktion liest sich nicht nur spannend, sie wird dank der hervorragenden Abbildungen schon fast zu einem Erlebnis: Das Kartenmaterial erlaubt es, die Orientierung zu bewahren und Entwicklungen nachzuvollziehen, während Aufnahmen der Fundstätten dem Leser das vor Augen führen, was im Text beschrieben wird.

Wer nun auch vor Ort den Orientlimes erleben möchte, erhält im zweiten Teil des Buches einen Reiseführer, der die Fundstätten im heutigen Israel und Jordanien einzeln vorstellt. Das reichhaltige Karten- und Bildmaterial vermittelt dem Leser nicht nur einen Eindruck der Fundstätten, sondern lässt ihn oftmals den Aufbau der Gebäude nachvollziehen. Darüber hinaus werden allgemeine Reisehinweise geliefert, die dann noch durch spezifische Informationen für viele Fundstätten ergänzt werden. Die Gefahr für einen unkundigen Reisenden, bei der ersten Reise in den Nahen Osten „ins kalte Wasser zu springen“, dürfte dadurch reduziert werden.

Rezension: Damian Kozuch

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Hans-Peter Kuhnen
Wüstengrenze des Imperium Romanum
Der römische Limes in Israel und Jordanien
Nünnerich-Asmus Verlag & Media GmbH, Mainz am Rhein 2018, 224 Seiten, 24,90 €

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