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Christopher Smith

Die Etrusker

Die Etrusker, die um 900 bis 400 v. Chr. in Mittelitalien siedelten, werden oft als rätselhaftes Volk dargestellt, das in archaischer Zeit – einer Zeit vor dem Siegeszug der Römer – lebte. Doch Christopher Smith, Direktor der British School in Rom, Professor der Alten Geschichte an der Universität St. Andrews und Autor des Buchs „Die Etrusker“, ist da anderer Meinung. Sie seien auch nicht rätselhafter als andere Völker des archaischen Italiens. Denn es gäbe viel mehr Materialien als dieses Bändchen bedürfte, um der Thematik gerecht zu werden und die Rückschlüsse auf die Bewohner des antiken Etruriens – einem Gebiet, das heute in etwa den Verwaltungseinheiten Nord-Latiums und der Toskana entspricht – zulassen würden. Doch wer sind die Etrusker überhaupt? Woher kamen sie? Was hat es mit ihrer Sprache auf sich? Was ist mit den Etruskern nach der römischen Eroberung geschehen? Basierend auf den vorliegenden Quellen und dem aktuellen Forschungsstand geht der Autor diesen Fragen nach. In chronologischer Reihenfolge beschäftigt er sich mit dem so mächtigen, wohlhabenden und schöpferischen Volk, von dem eine Fülle an materieller Kultur erhalten geblieben ist, bis die Belege für ihr Fortbestehen unter der römischen Herrschaft schließlich ausbleiben. Ab diesem Zeitpunkt weisen nur noch vereinzelt überlieferte Namen und Ahnenreihen auf eine etruskische Herkunft hin. Unter anderem beleuchtet Christopher Smith die Religion als wichtigen Bestandteil der etruskischen Kultur. Die Fachleute – sogenannte Haruspices – lasen Vorzeichen aus den Eingeweiden von Opfertieren. Das Wissen um solche religiösen Praktiken war einer elitären Gruppe vorbehalten und konnte politische Entscheidungen beeinflussen. Als wohl berühmtestes Beispiel darf die Voraussage des obersten Haruspex gelten, der Caesar vor den Iden des März gewarnt hatte. Leider fehlt ein Anmerkungsapparat, in dem die jeweils verwendete Literatur ersichtlich wird. Jedoch wird in einem eigens nachfolgenden Abschnitt weiterführende Literatur kurz erläutert. Auch der Forschungsgeschichte der Etruskologie ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Anhand der Abbildungen, die durch aufschlussreiche Bildunterschriften erklärt werden, wird die materielle Quellenbasis deutlich, auf die sich die Forschung stützen kann.

Rezension: Daniela Schönfeld

Christopher Smith
Die Etrusker
Philipp Reclam jun. Verlag GmbH, Stuttgart 2016, 191 Seiten, Buchpreis € 16,95
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