Sabina Becker Die Modernität der Weimarer Jahre - wissenschaft.de
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Sabina Becker

Die Modernität der Weimarer Jahre

Dass die Weimarer Republik von einer Kultur der Vielfalt geprägt gewesen ist, davon möchte die Literaturwissenschaftlerin Sabina Becker die Leser überzeugen. Die Zeit zwischen 1918 und 1933 sei, so führt sie in ihrem anspruchsvollen Buch aus, nicht nur von Krisengefühl und Zweifel, sondern vor allem von Aufbruch und Zuversicht, Experimentierfreude und Wagemut bestimmt gewesen.

Erkennbar wird ein umfassender Modernisierungsprozess in Kultur und Literatur. Einer der wichtigsten Trends war die Überwindung eines elitären, nur auf das gebildete bürgerliche Individuum gerichteten Kunstverständnisses hin zu einer Massenkultur. Theaterleute und Literaten wollten nun verstanden werden und über soziale Probleme aufklären; Filme und Zeitschriften erreichten ein breites Publikum. Die Atemlosigkeit der sich überstürzenden Ereignisse spiegelte sich in der Montagetechnik neuer Romane etwa in Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“, während Bertolt Brecht dazu aufrief, die Veränderungsprozesse in Politik und Gesellschaft im Medium der Kunst zu reflektieren.

Es entstanden die Sachlichkeit des Bauhauses ebenso wie das Regietheater oder der Boom der Fotografie. Die Weimarer Umbrüche waren wegweisend; und dies ist wohl auch der Grund, weswegen uns heute vieles aus dieser Zeit noch so nah erscheint.

Rezension: Dr. Heike Talkenberger

Sabina Becker
Experiment Weimar
Eine Kulturgeschichte Deutschlands 1918–1933
wbg Academic, Darmstadt 2018, 608 Seiten, € 69,95

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Horn|vi|per  〈[–vi–] f. 21; Zool.〉 afrikanische Viper der Gattungen Bitis od. Cerastes, die durch Hörner an Schnauzenspitze u. Augen ausgezeichnet sind

Zell|fu|si|on  〈f. 20; Biol.〉 Verschmelzung von Zellen

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