Wolfgang Stürner Die Politik der Staufer - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Wolfgang Stürner

Die Politik der Staufer

Sie gehören längst zu den Klassikern auf dem Markt für historische Literatur: die Urban-Taschenbücher des Verlags W. Kohlhammer über vornehmlich mittelalterliche und frühneuzeitliche Herrscherdynastien. Seit Jahrzehnten zählen sie zum Rüstzeug der Studierenden, die sich auf Abschlussprüfungen vorbereiten, aber eben auch zu jenen Werken, zu denen interessierte Laien greifen, wenn sie einen ersten, jedoch nicht oberflächlichen Einstieg in die Thematik suchen.

Diesen Spagat zu bewältigen erfordert vom Autor eine allgemeinverständliche Darstellung, die dennoch selbstverständlich auf dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft beruhen muss. Nachdem der von Odilo Engels verfasste Band dieser Reihe über die Staufer schon seit längerer Zeit überholt war, ist es umso begrüßenswerter, dass mit dem Stuttgarter Historiker Wolfgang Stürner einer der besten Kenner der Materie endlich eine neue Fassung vorgelegt hat.

Im Vergleich mit Engels’ älterem Buch, aber auch mit anderen Bänden der Reihe fällt sogleich ins Auge, dass Stürner eine ungleich längere Abhandlung vorlegt und noch plant: Der erste Band umfasst bereits fast 320 Seiten Text, behandelt wird dabei aber nur die sogenannte frühe Stauferzeit bis zum Tod Friedrich Barbarossas im Jahr 1190. Die Darstellung, den Gepflogenheiten der Reihe folgend, schildert weitgehend chronologisch die politische Ereignisgeschichte, ist sehr detailliert geraten und lässt andere Aspekte der Vergangenheit – etwa strukturgeschichtliche – allenfalls im Hintergrund aufscheinen.

Dass Stürner seine Materie beherrscht, muss nicht eigens erwähnt werden; dass ihm eine verständliche und gut lesbare Darstellung gelingt, ist bei einem Blick auf vergleichbare Bücher dagegen keine Selbstverständlichkeit. Dabei vertritt er in Einzelfragen bisweilen eigene Ansichten, über die man durchaus diskutieren kann. Erfreulich für den ambitionierten Leser ist der umfassende Verweis auf Primärquellen in den Anmerkungen, eher sparsam ist die Bebilderung ausgefallen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Stürner mit seinem lesenswerten Buch eine schmerzliche Lücke gefüllt hat. Wer eine deutlich kürzere, jedoch nicht weniger gut lesbare Einführung in das Thema sucht, kann zu Knut Görichs Buch über die Staufer (Verlag C. H. Beck, 3. Auflage, München 2011) greifen.

Anzeige

Rezension: Prof. Dr. Werner Hechberger

Wolfgang Stürner
Die Staufer
Eine mittelalterliche Herrscherdynastie. Band 1: Aufstieg und Machtentfaltung (975 bis 1190)
W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2020, 391 Seiten, € 29,–

Anzeige

DAMALS | Aktuelles Heft

Bildband DAMALS Galerie

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Wissenschaftslexikon

Di|pep|tid  〈n. 11; Chem.〉 Verbindung zweier Aminosäuren [zu grch. di– ... mehr

mo|no|phy|le|tisch  〈Adj.; Biol.〉 sich von einer einzigen Stammform, einem einzigen Ursprungsgebiet herleitend; Ggs polyphyletisch ... mehr

ka|ver|nös  〈[–vr–] Adj.; Med.〉 mit einer od. mehreren Kavernen behaftet, in der Art einer Kaverne [<frz. caverneux ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige