Die Sieben Töchter Evas - wissenschaft.de
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Bücher

Die Sieben Töchter Evas

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Autor: Bryan Sykes-xxx- Verlag: Verlag Bergisch Gladbach 2001-xxx- Seiten: 335-xxx- ISBN: 3785720602-xxx- Buchpreis: 19,90 Euro
Alle Europäer stammen von sieben Frauen ab – behauptet der britische Genetiker Bryan Sykes in einem fundierten Buch. Als vor zehn Jahren der Mann aus dem Eis auftauchte, den man bald darauf „Ötzi“…

Alle Europäer stammen von sieben Frauen ab – behauptet der britische Genetiker Bryan Sykes in einem fundierten Buch.

Als vor zehn Jahren der Mann aus dem Eis auftauchte, den man bald darauf „Ötzi“ nannte, gab es nicht wenige, die dahinter ein gigantisches Betrugsmanöver vermuteten. Man wandte sich deshalb an Bryan Sykes, einen jungen britischen Genetiker, der gerade erst das Kunststück fertiggebracht hatte, aus jahrhundertealten menschlichen Knochen DNA zu extrahieren. Das gelang Sykes danach auch mit der Ötztaler Mumie, und er konnte nachweisen, dass es sich eindeutig um die Gene eines Europäers handelte. Kurz darauf wurde ihm eine Frage gestellt, auf die er nicht gefasst war: „Wenn Ötzi mit heute lebenden Europäern verwandt ist, wer sind dann diese Verwandten?“ Sykes gab bald bekannt, dass er tatsächlich eine direkte Nachfahrin Ötzis aufgespürt habe. Sie heißt Marie Moseley und lebt als Unternehmensberaterin in Bournemouth.

Derartige Erfolge haben Sykes veranlasst, sich auf ein ebenso waghalsiges wie aufwändiges Forschungsprojekt einzulassen: die Rekonstruktion des menschlichen Stammbaums anhand von Mitochondrien-DNA. Das Projekt ist inzwischen nahezu abgeschlossen. Die Resultate sind verblüffend: 95 Prozent aller heute in Europa lebenden Menschen gehen demnach in ununterbrochener Abstammungslinie auf nur sieben Frauen und ihre Clans zurück. Diese Frauen lebten vor 7 000 bis 45 000 Jahren, und Sykes gibt sogar ziemlich genau an, wo und wie sie gelebt haben und was später aus ihren Nachkommen geworden ist. Sykes hat sich leider dazu hinreißen lassen, diesen Urmüttern Phantasienamen und melodramatische Biografien zu verpassen.

Andere Wissenschaftler haben Sykes häufig vorgeworfen, für das Mitochondrien-Erbgut eine viel zu niedrige Mutationsrate anzusetzen und fälschlich zu unterstellen, dass es ausschließlich in mütterlicher Linie weitergegeben wird. Kürzlich gründete Sykes auch noch die Firma „Oxford Ancestors“. Dort kann jedermann für 150 Pfund bestimmen lassen, von welcher der sieben Urmütter er abstammt. Soviel Geschäftstüchtigkeit provoziert natürlich die Kritiker. Aber: Sykes hat bisher alle Attacken wissenschaftlich unbeschadet überstanden.

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Frank Ufen

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