Magnago Lampugnani, Vittorio Die Stadt im 20. Jahrhundert – Visionen, Entwürfe, Gebautes. 2 Bände - wissenschaft.de
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Magnago Lampugnani, Vittorio

Die Stadt im 20. Jahrhundert – Visionen, Entwürfe, Gebautes. 2 Bände

Ein wichtiges Buch ist anzuzeigen. Sein Autor, Vittorio Magnago Lampugnani, lehrt Städtebau an der ETH Zürich. Einer breiteren Öffentlichkeit ist er als Direktor des Frankfurter Architekturmuseums bekannt geworden, zudem hat er durch engagierte Publikationen neue Horizonte erschlossen.

Das vorliegende Werk ist die Summe einer mehr als 20-jährigen Arbeit; eine souveräne Bilanz. Die Abbildungen machen schon das erste Durchblättern zu einem optischen und intellektuellen Vergnügen. Überaus kenntnisreich und sorgfältig ausgewählt, dazu (meistens) auch gut gedruckt, zeigen sie vieles, was man kaum oder gar nicht kannte. Der Umfang mag manchen am Thema Stadtgeschichte Interessierten von der Lektüre abschrecken, aber die 28 chronologisch geordneten Kapitel runden sich jeweils zu kleinen Monographien, die man auch für sich studieren kann. Dass bei dieser im Ganzen sehr überzeugenden Präsentation notwendigerweise Entwicklungen (wie überhaupt alles Prozesshafte in der Stadt) etwas zu kurz kommen, sei allerdings angemerkt.

Der Anspruch dieses mutigen Buchs ist sehr hoch. Es stellt sich schon jetzt als Klassiker in die Nachbarschaft so monumentaler Werke über die Stadt wie das von Lewis Mumford (Die Stadt. Geschichte und Ausblick. Zuletzt München 1987) oder Leonardo Benevolo (Die Geschichte der Stadt. Zuletzt Frankfurt am Main/New York 2007). Lampugnani ist aber in seiner Frage‧stellung konse‧quenter und damit zwangsweise auch einseitiger. Wer sich für die so‧zialen, die technischen, die ökonomischen oder die ökologischen Probleme der Stadt interessiert, ist bei ihm falsch.

Schon der Untertitel „Visionen, Entwürfe, Gebautes“ zeigt, worum es ihm geht: „die Stadt als physische Erscheinung, als künstlich geformtes Artefakt, als Stück gestalteter Umwelt“. Die Entwurfsstrategien sind ihm dabei wichtiger als die gebauten Ergebnisse und deren Schicksale. Mit stupender Kenntnis und auf hohem Niveau wird der Leser durch ganz Europa und immer wieder in die USA geführt. Treffsicher ausgewählte Quellenzitate bringen zusätzlich Farbe, und selbst auf so vielfach untersuchte Stadtvisionen wie die von Le Corbusier fällt neues Licht. Sprache und Gedankenführung sind überall von vorbildlicher Klarheit und Prägnanz, jedes Kapitel liest man mit großen Gewinn. Über manches kann und muss noch gestritten werden, zunächst aber sollte man Lampugnanis Werk gründlich lesen, denn es gibt zu diesem Thema nichts Vergleichbares.

Rezension: Prof. Dr. Norbert Huse

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Magnago Lampugnani, Vittorio
Die Stadt im 20. Jahrhundert – Visionen, Entwürfe, Gebautes. 2 Bände
Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2010, 960 Seiten, Buchpreis € 98,00
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