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Hrsg. vom Archäologischen Landesmuseum u. a.

Die Welt der Kelten – Zentren der Macht – Kostbarkeiten der Kunst

Die große Landesausstellung „Die Welt der Kelten. Zentren der Macht – Kostbarkeiten der Kunst“ in Stuttgart lockt noch bis zum 17. Februar 2013 mit der ausführlichsten Schau zu der geheimnisvollen Kultur seit gut drei Jahrzehnten. Dem Umfang der Ausstellung steht auch der begleitende, 550-seitige Katalog in Nichts nach. 63 Experten aus verschiedenen Sparten beschreiben und erklären die lange Geschichte des keltischen Einflusses in Europa, präsentieren den neuesten Kenntnisstand archäologischer Grabungen und beweisen, dass die Kelten auch geschickte Kunsthandwerker waren. Letzteres illustrieren auch über 700 Abbildungen in bemerkenswerter Bildqualität. Gut verständlich gestaltete Karten erleichtern zudem die Orientierung über das Verbreitungsgebiet der unterschiedlichen Volksstämme und die Epochen des keltische Zeitalters. Insgesamt gelingt dem Begleitband der Balanceakt, den schon die Ausstellung unternimmt: Neueste Forschungsergebnisse für Kenner der Materie zu vermitteln, aber auch Laien einen guten Einstieg und Überblick zu ermöglichen. Eines ist jedenfalls sicher: Wer sich dem Katalog von Anfang bis Ende in all seinen unterschiedlichen Facetten widmet, der weiß bestens Bescheid über die Kelten.

Der Begleitband arbeitet die lange Geschichte der Kelten von der frühen Hallstattkultur über die keltisch-römische Zeit bis hin zu den späten Ausläufern der keltischen Kultur im frühen Mittelalter in Irland aus geschichtlicher, archäologischer und kunsthistorischer Sicht auf. Diesem chronologischen Aufbau ist ein Teil zur Rezeptionsgeschichte und den verschiedenen Facetten des Keltenbildes vorangestellt. Hier wird einem in Keltologie eher unbewanderten Leser vor Augen geführt, was für ein komplexes Themenfeld die Keltenforschung mittlerweile ist. Das beginnt bereits bei der Feststellung, dass „Kelten“ nicht gleich „Kelten“ sind. Vielmehr sind „die Kelten“ ein Sammelbegriff, dessen etymologischer Ursprung in antiken Überlieferungen liegt: keltoi, galli, celtae und galatai begegnen uns in griechischen und römischen Quellen. Damit sind verschiedene Stammesverbände in verschiedenen Gegenden Europas gemeint – und doch sind diese ähnlich klingenden Bezeichnungen kein Zufall. Denn schon in der Antike erkannte man Gemeinsamkeiten zwischen den über den gesamten Kontinent verstreut lebenden „Barbaren“ in Sprache, Kulten und Gepflogenheiten. Daher sprach man verallgemeinernd von „Kelten“, obwohl man sie nicht als einheitliches Volk betrachtete.

Die moderne Forschung hat diesen übergeordneten Begriff der Einfachheit halber übernommen. Dabei ist zu bedenken, dass zwischen der eisenzeitlichen Hallstattkultur und der keltisch-christlichen Symbiose, die in Irland und Teilen Britanniens bis ins frühe Mittelalter die lokale Kultur prägte, immerhin mehr als eineinhalb Jahrtausende liegen. Im Falle der Kelten gibt es jedoch gute Argumente, die für eine kulturelle Kontinuität über Jahrhunderte hinweg sprechen. So hat beispielsweise die keltische Ornamentik, trotz vieler fremder Einflüsse im Laufe der Jahrhunderte, nie ihr charakteristisches Wesen gänzlich verloren, so dass das weltberühmte „Book of Kells“ (um 800) als Meisterwerk keltischer Buchmalerei gilt. Ein kulturelles Erbe der Kelten wirkt sogar bis in unsere heutige Zeit nach: Die Sprache. In der Republik Irland ist mit Gälisch eine keltische Sprache (neben Englisch) sogar Landessprache.

Rezension: Andreas Thörel

Hrsg. vom Archäologischen Landesmuseum u. a.
Die Welt der Kelten – Zentren der Macht – Kostbarkeiten der Kunst
Thorbecke, Ostfildern 2012, 552 Seiten, Buchpreis € 34,00
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