Stein-Hölkeskamp, Elke/Hölkeskamp, Karl-Joachim Erinnerungsorte der Antike – Die römische Welt - wissenschaft.de
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Stein-Hölkeskamp, Elke/Hölkeskamp, Karl-Joachim

Erinnerungsorte der Antike – Die römische Welt

Erinnerungsorte, lieux de mémoire, places of remembrance – unspezifische Schlagworte für einen modischen Zweig der Geschichtswissenschaft? Als der französische Historiker Pierre Nora 1984 in seinem Band zu Erinnerungsorten der französischen Nation den Begriff definierte, und zwar als „… Orte, wo unsere nationale Erinnerung sich selektiv verkörpert hatte und die … deren glänzendste Symbole geblieben sind, wie Feste, Embleme, Denkmale, Feiern, aber auch laudationes, Wörterbücher und Museen“, umfaßte er bereits ein weites Netz von „Erinnerungsorten“ auch im übertragenen Sinn, das nur schwer mit der üblichen Bedeutung von „Ort“ in Einklang zu bringen war. Das Problem liegt deshalb in der Auswahl von „Erinnerungsorten“, will man kein subjektives Sammelsurium schaffen.

Wenn der vorliegende Band dennoch kein weiteres „Römisches Erinnerungsbuch“ geworden ist, so liegt das an der Disziplin und Kompetenz der Autoren, sicher auch an den methodischen Vorgaben der Herausgeber, vor allem aber an den zahllosen Vorarbeiten der Altertumswissenschaften zu Kultur und Gedächtnis, zur mittelalterlichen und modernen Rezeption der Antike oder zum Gebrauch und Mißbrauch antiker Versatzstücke für politische Zwecke durch die Jahrhunderte.

So ist ein stattlicher Band mit 38 Beiträgen entstanden, der in sieben großen Kapiteln einzelne Charakteristika des Erinnerns in Rom und an Rom zusammenfaßt. Dabei stehen einzelne Erinnerungsorte im wörtlichen Sinn (wie das Forum Romanum, das Kapitol, das Kolosseum) und Monumente (wie die Trajanssäule oder das römische Haus) neben metaphorischen Monumenten (wie Vergils „Aeneis“, das „Corpus Iuris“, aber auch der Römerbrief des Paulus und „Erinnerungslandschaften“ (etwa die Stadt Rom in Republik, Kaiserzeit und Spätantike oder Pompeji), ergänzt durch Beiträge zur Rezeption.

Die Fülle der Themen läßt manches Kapitel inhomogen wirken, aber gerade in der Verzahnung unterschiedlicher Aspekte liegt auch der Reiz dieses Konzepts. Manches aber wiederholt sich zu oft (leider ohne Querverweise) und läßt ein Register vermissen. Insgesamt aber liegt hier ein höchst informatives Buch vor.

Rezension: Eder, Walter

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Stein-Hölkeskamp, Elke/Hölkeskamp, Karl-Joachim
Erinnerungsorte der Antike – Die römische Welt
Verlag C. H. Beck, München 2006, 797 Seiten, Buchpreis € 38,00
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