Meier, Brigitte Friedrich Wilhelm II. König von Preußen – Ein Leben zwischen Rokoko und Revolution - wissenschaft.de
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Meier, Brigitte

Friedrich Wilhelm II. König von Preußen – Ein Leben zwischen Rokoko und Revolution

„Lebe Er wohl. Er sieht mich nicht wieder. Ich will ihm aber sagen, wie es nach meinem Tode gehen wird. Es wird ein lustiges Leben bei Hofe sein. Mein Neffe wird den Schatz verschwenden und die Armee ausarten lassen. Die Weiber werden regieren, und der Staat wird zugrunde gehen.“ Diese düstere Zukunftsprognose offenbarte Friedrich der Große kurz vor seinem Tod bei einer Truppenparade dem Minister von Hoym. Bei anderer Gelegenheit meinte er gar, dass „binnen 30 Jahren… weder von Preußen noch vom haus Brandenburg mehr die Rede sein“ werde.

Bekanntlich haben sich diese Prognosen nicht erfüllt. Doch Friedrichs Nachfolger, sein Neffe Friedrich Wilhelm II., hatte unter diesen Vorhersagen einen denkbar schlechten Stand. Bis heute ist das populäre Bild dieses Preußenkönigs von den Verdikten seines Onkels bestimmt. Brigitte Meier, die an der Europa-Universität in Frankfurt (Oder) lehrt hat Friedrich Wilhelm II. nun eine detailreiche Studie gewidmet. Das Buch liest sich angenehm und ist auch für historisch interessierte Laien leicht verständlich. Doch zugleich wird es wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht.

Basis der Arbeit sind umfangreiche Archivrecherchen. Diese Quellen ergeben ein anderes Bild Friedrich Wilhelms II., als jenes, das Friedrich der Große mit seiner düsteren Prognose begründet hat. Die Staatsräson, bilanziert Brigitte Meier, habe alle Aktivitäten des Königs dominiert. Auch seine tiefe Religiosität erfährt eine andere Wertung, als dies bislang häufig geschehen ist: Sein Bemühen, „seine protestantischen Untertanen zum wahren Glauben zurückzuführen, und gleichzeitig den anderen Konfessionen einschließlich der Juden Religionsfreiheit zuzugestehen, zeugen von einem Herrschaftsverständnis, das sich am Wohlergehen aller seiner Untertanen und somit am Staat orientierte.“ Dabei ist Brigitte Meier keineswegs unkritisch. Doch schreibt sie etwa das Ausbleiben dringend notwendiger Reformen im Inneren nicht dem Einfluss der viel kritisierten Günstlinge Wöllner und Bischofswerder zu, sondern sieht den Grund bereits in der Erziehung des Königs selbst angelegt. Es sei Friedrich Wilhelm nicht gelungen, seine Bildungslücken gerade in den so wichtigen Gebieten der Wirtschaft und der Verwaltung durch die Berufung fähiger Beamter zu schließen.

Rezension: Oster, Uwe A.

Meier, Brigitte
Friedrich Wilhelm II. König von Preußen – Ein Leben zwischen Rokoko und Revolution
Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2007, 336 Seiten, Buchpreis € 29,90
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