Thomas Flemming Frontlinie Mauer - wissenschaft.de
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Thomas Flemming

Frontlinie Mauer

Die Mauer, das war die „zu Beton erstarrte Frontlinie des Kalten Krieges“. Für die Bewohner der DDR und Ost-Berlins bedeutete sie eine fundamentale Einschränkung ihrer persönlichen Möglichkeiten. Viele wollten sich damit nicht abfinden, stellten Ausreiseanträge oder versuchten zu fliehen. Über 100 Menschen bezahlten diesen Versuch mit dem Leben.

Der Historiker Thomas Flemming lässt in seinem üppig bebilderten Buch die Geschichte der Mauer Revue passieren – von ihrem Bau 1961 über die sich anschließende Berlin-Krise, das erste Passierscheinabkommen und die neue Ostpolitik Willy Brandts bis zum Mauerfall 1989. Ein letztes Kapitel schaut auf ihre Verwendung als Symbol und Erinnerungsort. Flemming schildert dramatische Momente, ob im politischen Bereich – etwa als im Sommer 1961 ein Krieg um Berlin in der Luft lag – oder im Alltag der Menschen. Familien, Freunde, Liebende wurden getrennt, und spektakuläre Fluchtaktionen lassen bis heute den Druck spüren, den DDR-Bürger damals empfanden. Flemming schildert aber auch unbekanntere Zusammenhänge, etwa, dass allein im Jahr 1963 750 Desertionen von DDR-Grenzsoldaten zu verzeichnen waren.

Rezension: Dr. Heike Talkenberger

Thomas Flemming
Die Berliner Mauer
Geschichte eines politischen Bauwerks
be.bra verlag, Berlin-Brandenburg 2019, 238 Seiten, € 22,–

 

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