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Bücher

Gier und Selbstsucht

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Darryl CunninghamSUPERCRASH – DAS ZEITALTER DER SELBSTSUCHTHanser, München 2016248 S., € 19,90ISBN 978–3–446–44698–4E-Book für € 15,99ISBN 978–3–446–44706–6

Das Buch beginnt am 2. Februar 1905, also bereits ein Jahrhundert vor dem Zusammenbruch. Damals wurde Ayn Rand in Sankt Petersburg geboren. Das erste Drittel des Buchs ist eine Biografie dieser in den USA sehr angesehenen Schriftstellerin. Doch in Deutschland kennt kaum jemand die Vordenkerin des Neoliberalismus, der schließlich zum Crash führte.

Rand setzte sich vehement dafür ein, dass sich der Staat aus der Wirtschaft völlig heraushält. Selbstsucht galt für sie als Tugend, Altruismus als Schwäche, staatliche Unterstützung von Armen als überflüssig. Jeder ist für sich selbst verantwortlich, lautete ihr Credo. Wie stark diese Werte inzwischen in der Gesellschaft verwurzelt sind, zeigt die Tea-Party-Bewegung in den USA. Ayn Rand hat die politisch Konservativen weltweit beeinflusst. Manche Prominente, wie der ehemalige Vorsitzende der US-Notenbank Alan Greenspan, waren ihr sogar persönlich verbunden.

Der zweite Teil des Buchs behandelt die Finanzkrise selbst. Cunningham belegt, wie Gier und Selbstsucht der Banker, vom Staat ungebremst, fast zwangsläufig ins Chaos mündeten. Er erklärt die perfiden Tricks, mit denen Großbanken ihr Risiko auf andere abwälzen, vor allem den Handel mit Derivaten – unterlegt mit ebenso bissigen wie treffsicheren Bildern.

Im dritten Teil geht es um die Unterschiede, die Psychologen und Soziologen zwischen progressiven und konservativen Menschen gefunden haben. Das liest sich so, als sei der Einzelne nicht für seine Fehler verantwortlich – also fast wie eine Entschuldigung. Am Schluss analysiert Cunningham die jüngsten politischen Entwicklungen in England, die bis heute vom Neoliberalismus à la Rand geprägt sind.

Ein Comic kann natürlich nicht tiefschürfend auf alle Details und Zusammenhänge eingehen. Doch Bild und Text, gut kombiniert wie in diesem Buch, können einen Sachverhalt leichter verständlich machen als viele eng beschriebene Seiten. Das versöhnliche Ende des Buchs wirkt allerdings aufgesetzt. „Ayn Rand hat sich geirrt, Egoismus ist keine Tugend“, heißt es da. In der Gesellschaft ist diese Erkenntnis jedenfalls noch nicht angekommen.

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© wissenschaft.de – Klaus Jacob
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