Grausam und sozial – wie wir - wissenschaft.de
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Grausam und sozial – wie wir

Zum kleinen Einmaleins der Biologie gehört es, seine Studienobjekte zu zeichnen. Zeichnen lehrt, genau hinzuschauen. Aus dem Schauen wird Staunen über den Einfallsreichtum der Natur. Susanne Foitzik, Evolutionsbiologin an der Universität Mainz, hat die studentische Praxis weiterentwickelt. Sie schmückt ihr Ameisenbuch mit so witzigen wie informativen Aquarellen über die zahlreichen Erscheinungsformen der „Formicidae“. Ihr Co-Autor ist der Biologe und Journalist Olaf Fritsche.

Es ist zwar nicht das erste Buch über Ameisen. Doch anstelle weitschweifiger Wissenschaftsprosa gibt es hier knackig kurze Kapitel und auf mindestens jeder zweiten Seite einen Knalleffekt. Selbst wer schon von lebenden Honigtöpfen, tierischen Sklavenhaltern und Schnappkieferkatapulten gehört hat, liest sich fasziniert durch die bizarre Welt der weltbeherrschenden Sechsbeiner, die so vieles mit menschlichen Gesellschaften gemein haben – im Guten wie im Grausamen.

Das Spektrum reicht von sozialen Wohngemeinschaften und der Pflege der Schwachen bis zu skrupellosem Schmarotzertum, zu Bandenkriminalität und brutaler Kriegsführung mit Selbstmordameisen, die ihren Körper explodieren lassen, um Feinde mit in den Tod zu reißen. Spätestens nach dem Kapitel „Dann hat sie bum! gemacht“ wird niemand Ameisen nur als lästige Krabbler ansehen. Jürgen Nakott

Susanne Foitzik, Olaf Fritsche 
WELTMACHT AUF SECHS BEINEN
Rowohlt, 320 S., € 22,–
ISBN 978–3–498–02140–5

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