Metz-Becker, Marita Gretchentragödien – Kindsmörderinnen im 19. Jahrhundert (1770 –1870) - wissenschaft.de
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Metz-Becker, Marita

Gretchentragödien – Kindsmörderinnen im 19. Jahrhundert (1770 –1870)

Noch bis Ende des 18. Jahrhunderts stand der Gesetzeslage nach auf Kindsmord die Todesstrafe, auch wenn aufklärerische Ideen in manchen Fällen bereits wirkten und die Delinquentinnen zu unterschiedlich langer Haft begnadigt wurden. Die Frage des Kindsmords wirft gleichzeitig die nach den Konsequenzen von unehelicher Schwangerschaft und Geburt für die Betroffene auf. Auch uneheliche Schwangerschaften sowie das Wissen um sie wurden sanktioniert. Zudem musste eine unehelich schwangere Dienstbotin mit dem Verlust der Arbeitsstelle rechnen.

Marita Metz-Becker hat fast 100 Prozessakten von Kindsmörderinnen aus der Zeit zwischen 1770 und 1870 aus dem Staatsarchiv Marburg daraufhin untersucht, was sie zu Alltag, Lebenswelten und Motiven der Beschuldigten aussagen. Nach kurzen allgemeinen Angaben zur Rechtslage und zur Geburtshilfe präsentiert sie diese Fallgeschichten sowie deren Auswertung unter verschiedenen Fragestellungen. Die Schicksale berühren. Fast alle Kindsmörderinnen waren Dienstbotinnen, viele ohne familiäres Netzwerk und oft mittellos. Sie hatten meist allein die Folgen ihrer „Unzucht“ zu tragen und handelten in tiefer Verzweiflung.

Rezension: Dr. Heike Talkenberger

Metz-Becker, Marita
Gretchentragödien – Kindsmörderinnen im 19. Jahrhundert (1770 –1870)
Ulrike Helmer Verlag, Sulzbach 2016, 254 Seiten, Buchpreis € 19,95
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