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Christ, Karl

Hannibal

Der gefährlichste Gegner der Römer auf ihrem Weg zur Weltherrschaft war gewiß Hannibal. Sein Lebensweg, den Karl Christ in bewährter Manier noch einmal nachgezeichnet hat, gibt Anlaß zu einer Überlegung, die sich mit Benders Skizzen der Ausgangsbedingungen und kollektiven Kräfte berührt: Im Grunde ist die römische Geschichte ein einziges großes Dementi des Geniegedankens. Der hellenistische warlord Pyrrhos und der barkidische Hausmachthaber Hannibal waren nach ihren militärischen Fähigkeiten Ausnahmegestalten, ihre Heere den römischen technisch und taktisch überlegen – und doch standen beide am Ende mit leeren Händen und allein da. Sie waren nicht in der Lage gewesen, das römische „System“ mit seinen Säulen manpower, Bündnisorganisation, Gehorsamstiefe und Durchsetzungswillen zum Einsturz zu bringen. Auf einem anderen Feld scheiterte auch der große Caesar mit seinem monarchischen Anschlag auf die Tradition, während Augustus, den kaum ein Moderner je als Genie pries (Bender nennt ihn freilich Roms größten Staatsmann), das System erfolgreich umbaute und es sich und den Gegebenheiten anzupassen vermochte. Es ist also wohl mehr als nur die Not der Quellenlage, was Christ bewogen hat, nicht im Gestus eines traditionellen Biographen vor allem der Persönlichkeit Hannibals nachzuspüren, sondern besonders die Rahmenbedingungen zu erhellen: den afrikanischen Hintergrund, den hellenistischen Stil von Kriegführung und Politik – viel Spielraum für tatkräftiges Handeln bei ewig knappen Ressourcen – und schließlich den zähen Gegner, die Römer. Schon die antike Überlieferung hat Hannibals Weg als eine Kette von Entschlüssen gezeichnet, angefangen vom Schwur des Kindes, immer ein Feind der Römer zu sein, bis hin zur Entscheidung, diesen nicht lebend in die Hände zu fallen. Warum das nicht reichen konnte, belegt Christ in seinem gut lesbaren Buch, das auch die Urteile moderner Gelehrter Revue passieren läßt und so auf subtile Weise Mut und Demut des Historikers einfordert.

Rezension: Walter, Uwe

Christ, Karl
Hannibal
Primus Verlag, Darmstadt 2003, 251 Seiten, Buchpreis € 24,99
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