Buc, Philippe Heiliger Krieg – Gewalt im Namen des Christentums - wissenschaft.de
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Buc, Philippe

Heiliger Krieg – Gewalt im Namen des Christentums

Mit dem großen Thema Christentum und Gewalt befasst sich der Historiker Philippe Buc, der an der Universität Wien lehrt. Das Thema ist nicht neu. Neue Untersuchungen behaupten eine besondere Affinität von monotheistischen Religionen zur Gewalt. Buc untersucht „heilige Kriege“, Terror, aber auch Märtyrertum, und stellt Kontinuitäten zwischen der Gewalt im mittel‧alterlichen Christentum und den modernen Gewaltkulturen her-aus. Denn, so Buc, religiöse Konzepte leben in modernen Ideologien weiter. Letztere verzichten zwar auf das Göttliche und sind oft dezidiert antiklerikal, übernehmen jedoch dem Religiösen vergleichbare Strukturen wie Erlösungshoffnung oder Fortschrittsdenken.

Buc widmet sich ganz unterschiedlichen Epochen und Themen wie dem ersten Kreuzzug, den Religionskriegen im 16. und 17. Jahrhundert, der Französischen Revolution, den stalinistischen Säuberungen oder der RAF. Sehr spannend sind etwa seine Ausführungen zum Bild vom wahnsinnigen Fanatiker zu lesen, das es bereits unter Konstantin dem Großen gab und das noch heute, etwa in der Berichterstattung über den „Islamischen Staat“, Verwendung findet. So breitet der Autor ein eindrucksvolles Panorama aus, provozierend, gelehrt, aktuell.

Rezension: Dr. Heike Talkenberger

Buc, Philippe
Heiliger Krieg – Gewalt im Namen des Christentums
Verlag Philipp von Zabern, Darmstadt 2015, 432 Seiten, Buchpreis € 39,95
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