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Doyle, Arthur Conan

„Heute dreimal ins Polarmeer gefallen“ – Tagebuch einer arktischen Reise. Hrsg. von Jon Lellenberg und Daniel Strashower

Als Kriminalschriftsteller und „Erfinder“ des Gespanns Sherlock Holmes und Dr. Watson ist Arthur Conan Doyle weltberühmt, doch weitaus weniger bekannt ist, dass er im Jahr 1880 als 20-Jähriger noch während seines Medizinstudiums das Angebot annahm, als Bordarzt eine mehrmonatige Fahrt auf dem Walfangschiff „Hope“ unter Kapitän John Gray mitzumachen, und dass er diese Reise in einem Tagebuch festhielt.

Der vorliegende Band präsentiert dieses Tagebuch mit einigen Zusatztexten und macht deutlich, dass Medizinstudium, Seereise und die Kriminalromane Doyles in einem inneren Zusammenhang stehen: Das Medizinstudium erlaubte es ihm, als Bordarzt anzuheuern, und vermittelte die Fähigkeit zu genauer Beobachtung, eine Fähigkeit, die den Detektiv Holmes in besonderem Maße auszeichnet und an der er im Gespräch mit Dr. Watson – der ja ebenfalls Arzt ist – den Leser teilnehmen lässt. Die Niederschrift des Tagebuchs während der Reise wurde für Doyle zur ersten Schreibübung; mit Vorträgen und kleineren Essays auf der Basis dieser Aufzeichnungen konnte der Arzt später seine eher spärlichen Einkünfte verbessern, bis er das Schreiben zu seinem Hauptberuf machte.

Inhaltlich gibt das Tagebuch zunächst die Route wieder, die von Peterhead in Schottland über die Shetland-Inseln bis in den Seebereich zwischen Spitzbergen und Grönland und von dort über die Jan-Mayen-Insel zurück nach Peterhead verlief. Registriert werden alle besonderen Erlebnisse an Bord, aber auch die ereignislosen Phasen bei der vergeblichen Suche nach Walen. Die Schilderung der wesentlich weniger einträglichen Robbenjagd, der Konkurrenz mit anderen Walfängern, der alltäglichen Auseinandersetzungen an Bord sowie der latenten Bedrohung im Pack- und Meereis werden mit verhaltenem Humor vorgetragen und vermitteln ein lebendiges Bild von einem Wirtschaftszweig, der im ausgehenden 19. Jahrhundert die Gewässer zwischen Island, Grönland und Spitzbergen bestimmte und heute in dieser Weise erloschen ist.

Erklärende Anmerkungen der Herausgeber ergänzen den Tagebuchtext und belegen eine gründliche Recherche. 60 Seiten Faksimile-Auszüge aus dem Originaltagebuch sollen einen Eindruck von den Illustrationen vermitteln, die Doyle unterwegs anfertigte, und erlauben zugleich einen Einblick in die englische Originalvorlage.

Von den beiden Herausgebern stammt nicht nur eine Einleitung, sondern auch ein weiterer Essay, der die Bedeutung der Fahrt mit der „Hope“ für Doyles Lebenslauf unterstreicht. Vier Texte über die Arktis, die Doyle in einer Zeit veröffentlichte, als die Polargebiete und die dorthin durchgeführten Expeditionen von zentralem wissenschaftlichem Interesse waren, sind dem Band ergänzend beigegeben. Abgerundet wird er mit einem chronologischen Überblick über Doyles Lebensdaten und mit einem Beitrag des Übersetzers zu Doyles Schilderung der arktischen Tierwelt. Nicht nur Lieb‧haber historischer Reiseberichte und -tagebücher, sondern auch Leser, die sich für die Arktis und ihre Ressourcen interessieren, finden eine anregende Lektüre.

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Rezension: Prof. Dr. Jörg Stadelbauer

Doyle, Arthur Conan
„Heute dreimal ins Polarmeer gefallen“ – Tagebuch einer arktischen Reise. Hrsg. von Jon Lellenberg und Daniel Strashower
Strashower. mareverlag, Hamburg 2015, 335 Seiten, Buchpreis € 28,00
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