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Longerich, Peter

Hitler – Biographie

Hitler – immer wieder Hitler! Nach Volker Ullrich (2013) und Wolfram Pyta (2015) legt nun der an der Londoner Universität lehrende Peter Longerich ebenfalls eine Hitler-Biographie vor. Während Ullrich im ersten Band seiner Studie – der zweite Band ist angekündigt – den Fokus vor allem auf die Person Hitlers und sein Privatleben legt und Pyta ihn als „Künstlerpolitiker“ beschreibt, sieht Peter Longerich in Hitler einen entschlossenen und starken Diktator, der auf allen Politikfeldern die wesentlichen Entscheidungen selbst traf.

Hitler, der bis 1919 ein „bedeutungsloser Niemand“ war, verdankte seine politische Kar‧riere keineswegs seinem eigenen Entschluss, „Politiker zu werden“, sondern der Münchner Reichswehr, die ihn „zum Propagandisten“ ausbildete und in dieser Funktion der Deutschen Arbeiterpartei zuteilte. Longerich kann zeigen, wie Hitler durch eigenes Handeln innerhalb kurzer Zeit zum Parteiführer aufstieg. Unter Ausnutzung äußerer Umstände und durch die geschickte Kombination verschiedener Macht‧strategien gelang es ihm, 1933 Reichskanzler zu werden.

Einmal an der Macht, schuf er sich durch die Zerstörung vorhandener Strukturen (Entmachtung des Parlaments, Parteienverbot, Vereinigung der Ämter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers in seiner Person usw.) und die Etablierung eines auf ihn selbst ausgerichteten Führerstaates einen exorbitanten Machtspielraum. In diesem Durchbrechen vorhandener Strukturen sieht Longerich ein zentrales Herrschaftsmerkmal Hitlers.

Der von den Strukturen losgelöste, autonome Alleinherrscher Hitler lenkte, wie Longerich schlüssig nachweist, nicht nur die zentralen Politikfelder wie die Expansions-, Außen- und Rassenpolitik bis ins Detail. Er kontrollierte auch alle anderen Politikbereiche, mischte sich in Propagandakampagnen ein und entschied sogar über so nebensächliche Dinge wie den Import von Saatgut.

Während Ian Kershaw in seiner bahnbrechenden Studie (2009) die charismatische Führerschaft Hitlers betonte, beruht Hitlers Herrschaft für Longerich vor allem auf den Machtmitteln der Diktatur: Repression und Terror, Propaganda und der kleinräumigen Kontrolle der „Volks‧genossen“ durch den weitverzweigten Parteiapparat. Peter Longerich liefert mit seinem neuen Buch eine nüchterne, grundsolide, eher konventionelle Studie über Hitler. Er stellt ihn als die zentrale Kraft des NS-Regimes dar, als entschlossen handelnden Diktator und Weltanschauungspolitiker. Allerdings bleibt die Person Hitlers etwas farblos. Das ist aber kein Nachteil, denn das Buch stellt zudem eine gut lesbare Gesamtgeschichte des Nationalsozialismus dar.

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Rezension: Dr. Claudia Steur

Longerich, Peter
Hitler – Biographie
Siedler Verlag, München 2015, 1296 Seiten, Buchpreis € 39,99
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