Stutte, Harald  /  Lucks, Günter Hitlers vergessene Kinderarmee - wissenschaft.de
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Stutte, Harald  /  Lucks, Günter

Hitlers vergessene Kinderarmee

Sie waren zwischen 1927 und 1929 geboren worden, also 15 bis 17 Jahre alt, als sie seit Herbst 1944 einberufen wurden, um für Hitler-Deutschland zu kämpfen. Etwa 60 000 Jugendliche sollten nun die „letzte Blutreserve“ für ein abgewirtschaftetes Regime sein. Die Erinnerungen von acht dieser Kindersoldaten liegen jetzt vor, erzählt von dem Journalisten Harald Stutte und von Günter Lucks (Jahrgang 1928), der selbst einer dieser Jugendlichen war.

Ein Beispiel ist der aus Westerland auf Sylt stammende Willi Witte, den es als 16-Jährigen Anfang 1945 nach Mähren verschlug. Dem dortigen HJ-Ausbildungslager folgte der – nicht freiwillige – Einsatz in der Waffen-SS. Das berauschende Gefühl, für das Vaterland zu kämpfen, wich bald der Erkenntnis, in den sicheren Tod geschickt zu werden. Die Flucht in den Westen nach Kriegsende gelang nur knapp. Witte geriet in amerikanische Gefangenschaft, womit er ein glimpflicheres Los gezogen hatte als diejenigen, die die russische Gefangenschaft erlebten.

Nach Kriegsende versuchten diejenigen, die in der DDR lebten, ihre Zugehörigkeit zur Waffen-SS zu verschweigen, hatten sie doch Angst vor gesellschaftlicher Ächtung. Leider erfährt der Leser kaum, wie ansonsten all die einschneidenden Erlebnisse das spätere Leben der acht Jungen prägten. Überhaupt begleitet recht wenig Reflexion die Erzählungen.

Rezension: Dr. Heike Talkenberger

Stutte, Harald  /  Lucks, Günter
Hitlers vergessene Kinderarmee
Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2014, 276 Seiten, Buchpreis € 9,99
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