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Bücher

Homers letzter Satz

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Autor: Simon SinghVerlag: Hanser, München 2013Seiten: 320 S.Preis: € 21,50ISBN 978–3–446–43771–5E-Book für € 15,99ISBN 978–3–446–43773–9
Rechnen Sie mit den Simpsons

Wenn man zwei tolle Dinge kombiniert, kommt nicht unbedingt etwas Tolles heraus – wie jeder überprüfen kann, der zwei gute Weine zusammenschüttet. Und wie steht es mit der Mathematik und den Simpsons? Die eine gilt als die älteste Wissenschaft der Menschheit, die anderen „werden weithin als eine der größten Fernsehserien aller Zeiten betrachtet”, so die englischsprachige Wikipedia. Der britische Wissenschaftsautor Simon Singh hat nun ein Buch über die Simpsons und die Mathematik geschrieben – und die Mischung ist ausgesprochen gelungen. „Homers letzter Satz” ist eines der besten populären Mathematikbücher der letzten Jahre.

Viele der Drehbuchautoren der Simpsons, die selbst Mathematiker und Absolventen amerikanischer Spitzenuniversitäten sind, nutzen jede Gelegenheit, der Zeichentrickfamilie aus der fiktiven Stadt Springfield ein bisschen Mathematik unterzujubeln. In der Folge „Homerun für die Liebe” zum Beispiel scheint es um die Eheprobleme eines Baseball-Stars zu gehen – tatsächlich aber geht es um Primzahlen. Sogar die Zuschauerzahl im Stadion ist eine Primzahl. Einen Höhepunkt erreicht die Serie in der Folge „Im Schatten des Genies”, als Homer Simpson auf seine Tafel eine scheinbare Widerlegung des berühmten Großen Fermat’schen Satzes kritzelt: 3987 12 + 4365 12 = 4472 12. Nach dem Fermat’schen Satz, spektakulär bewiesen in den 1990er-Jahren vom Engländer Andrew Wiles, kann die Gleichung a n + b n = c n keine ganzzahlige Lösung haben, wenn n größer ist als 2. Doch der Taschenrechner bestätigt Homers „Widerlegung” – sofern er nur zehn Ziffern auf dem Display zeigt. Wie kann das sein? Genauere Taschenrechner enträtseln es: Die „Widerlegung” stimmt nur bis zu den ersten acht Stellen hinter dem Komma, konkret: 3987 12 + 4365 12 = 4472, 000 000 007 057 617 187512. Solche brillanten Kniffe klärt Singh auf, ohne den charakteristischen Witz der Simpsons zu verderben.

In einem Punkt hat Singh den schlauen Simpsons-Autoren allerdings eine Ungenauigkeit nachgewiesen: Alle Figuren der Serie haben nur vier Finger pro Hand. Sie müssten daher eigentlich im Oktalsystem rechnen. Aber sie benutzen das Dezimalsystem, so wie wir. Das ist nicht logisch – aber menschlich. Und gerade das ist das Schöne an Singhs Buch: Es zeigt, wie belebend ein Schuss Unlogik auf die Mathematik wirkt.

Tobias Hürter

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