Crescenzio, Daniela Italienische Spaziergänge in München – Band III: Italienische Frauen in München - wissenschaft.de
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Crescenzio, Daniela

Italienische Spaziergänge in München – Band III: Italienische Frauen in München

Die Routen, die Daniela Crescenzio in diesem Band vorstellt, führen ihre Leserinnen und Leser auf die verschiedensten Spuren italienischer Frauen im München der letzten 600 Jahre. 15 Frauen und ein Nonnenorden werden in drei Spaziergängen durch München vorgestellt.

In der ersten Tour wird das Verhältnis zur Macht thematisiert. Crescenzio zeigt, welche Schwierigkeiten Frauen überwinden mussten, um sich zu behaupten. So zum Beispiel Maddalena Visconti; als ihr Ehemann1393 starb, setzte sie sich gegen ihre Schwager durch und übernahm bis zur Volljährigkeit ihres Sohnes die Vormundschaft als Fürstin von Wittelsbach. Im zweiten Ausflug wird die Verbindung zwischen italienischen Frauen und der Kunst nachgezeichnet. Hier treten Frauen nicht nur als Auftraggeberinnen und Künstlermodelle, sondern auch als Malerinnen und Musikerinnen auf, wie beispielsweise Flaminia Triva. Die Autorin betont die aktive Seite der italienischen Frauen in München und vermittelt gleichzeitig interessante Einblicke in die Vielfalt der Münchner Kultur. Der dritte Spazierweg schließt an dieses produktive Element an. Er beschreibt die historische Rolle der italienischen Frauen in Literatur und Wissenschaft, wie etwa Medea Norsa als erstes weibliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Die Autorin fragt sich, warum italienische Frauen in der bayerischen Geschichte bis zu diesem Buch kaum berücksichtigt wurden; mit diesem Werk möchte sie diese Lücke schließen. Crescenzios verwendete Quellen zeigen jedoch, dass die von ihr erwähnten Persönlichkeiten durchaus bekannt sind, falls eindeutige Verbindungen zu München und Bayern bestehen. Wie sie jedoch selbst schreibt, sind manche Erinnerungen bereits teilweise wieder verblasst und architektonisch kaum nachzuweisen. Dies lässt manche ihrer Ausführungen zu den jeweiligen Schauplätzen ein wenig konstruiert wirken. Crescenzio erläutert weniger die geschichtlichen Hintergründe der von ihr erwähnten Orte und Sehenswürdigkeiten, als dass sie sie als Inspiration für ihr eigenes Schreiben verwendet. Sie stützt hiermit vor allem ihr Anliegen, die Wahrnehmung der Bedeutung italienischer Frauen in München und Bayern zu stärken.

Insgesamt präsentiert Crescenzio ihren Lesern in diesem Band der „Italienischen Spaziergänge“ geschmackvoll ausgearbeitete Spaziergänge mit interessanten historischen Anekdoten. Der Stil der Autorin ist lebhaft und zugänglich. Die Verbindung mit einem übersichtlichen Layout und einer ausführlichen Bebilderung lädt dazu ein, die Spaziergänge nicht nur in München selbst, sondern auch einfach im Lesen zu erleben. Das Konzept der „Italienischen Spaziergänge“ erweist sich als interessante Verbindung geografischer, historischer, politischer und kultureller Aspekte, die sowohl zum Besuch als auch zum Nachdenken anregen.

Rezension: Lea Maria Ferguson

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Crescenzio, Daniela
Italienische Spaziergänge in München – Band III: Italienische Frauen in München
IT-INERARIO, Rosenheim 2013, 144 Seiten, Buchpreis € 17,50
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