Bjarte Bruland Judenverfolgung in Norwegen - wissenschaft.de
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Bjarte Bruland

Judenverfolgung in Norwegen

Dem Holocaust in Norwegen ist ein umfangreiches, aber gut geschriebenes Buch gewidmet. Bjarte Bruland, Direktor des Jüdischen Museums Trondheim und Enkel eines Betroffenen, hat die Judenverfolgung und das weitere Schicksal der Deportierten minutiös aufgearbeitet und damit einen Meilenstein der Forschung gesetzt. Ein beklemmendes Ergebnis: Von 687 deportierten Juden überlebten 32.

Nach der deutschen Okkupation Norwegens 1940 begannen unter dem Regime Vidkun Quislings von 1942 an auch hier die menschenverachtenden Maßnahmen. Bruland legt dar, dass Antisemitismus nicht von den Nazis nach Norwegen importiert werden musste, sondern dort schon zuvor latent existierte; nicht wenige waren stolz auf ihre „reine nordische Rasse“. Der Autor fragt nach den Akteuren des Holocaust, nimmt dabei die Kollaborateure im eigenen Land in den Blick, würdigt aber auch die vielen Helfer. Er beschreibt die Registrierung der Juden, Terror und Verhaftungen, schließlich die Enteignungen und Deportationen im Herbst 1942. Dazu lässt Bruland die betroffenen Juden mit ihrem Erleben, etwa auf der Flucht oder im Untergrund, ausführlich zu Wort kommen.

Rezension: Dr. Heike Talkenberger

Bjarte Bruland
Holocaust in Norwegen
Registrierung, Deportation, Vernichtung
Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2019, 839 Seiten, € 60,–

 

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