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Keine Art stirbt allein

Der Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht vergleicht ein Ökosystem mit einem Flugzeug: Es wird von sehr vielen Nieten zusammengehalten, und wenn hier und da eine herausfällt, stört das lange Zeit nicht die Funktion des Ganzen. Bis eine letzte fallende Niete das Flugzeug abstürzen lässt. Die letzte Niete in einem Ökosystem – das ist vielleicht eine noch unbekannte blütenbestäubende Fledermausart im Regenwald, vielleicht auch eine Wildbiene in der heimischen Flur. 

Glaubrecht nimmt 862 Buchseiten Anlauf, um zu berichten, wie der Mensch zum zerstörerischen Faktor der Evolution wurde und auf welche Weise er sich durch die Ausrottung anderer Arten selbst in Gefahr gebracht hat. Dann wagt er ein Gedankenexperiment: zwei „Rückschauen“ auf das Jahr 2062, auf die Welt der Menschen, die heute jung sind. In der ersten Variante haben Artensterben und Klimawandel in die Katastrophe geführt. In weiten Teilen der Erde ist bebaubares Land verödet, die Lebensmittelversorgung der zeitweise elf Milliarden Menschen ist zusammengebrochen. Es kam zu gigantischen Völkerwanderungen und Kriegen, an deren Ende nur ein Bruchteil der Weltbevölkerung überlebt hat. In der zweiten Variante ist die Menschheit zur Besinnung gekommen. Sie schuf eine Welt, in der es verpönt ist, gegen die Gesetze der Nachhaltigkeit zu verstoßen – und rettete die Zivilisation. Wird Kassandra gehört werden?

In einer Kultur der Häppchen-Infos werden sich viele überwinden müssen, um zu einem so dicken Buch zu greifen. Doch Matthias Glaubrecht schlägt mit eingängigen Bildern und griffiger Sprache immer wieder den Bogen von persönlichen Erlebnissen zu den Brennpunkten der Ökologie. So macht er es dem Leser leicht, ihm zu folgen. Ein 150 Seiten langer Anhang mit Anmerkungen und Quellen bietet fachlich geschulten Lesern ein nützliches Nachschlagewerk für Fakten und Argumente in der Debatte um „das größte Artensterben seit der Ausrottung der Dinosaurier“. Jürgen Nakott

Matthias Glaubrecht 
DAS ENDE DER EVOLUTION
C. Bertelsmann, 1072 S., € 38,–
ISBN 978–3–570–10241–1

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Gi|gan|to|ma|chie  〈[–xi] f. 19; unz.; Myth.〉 Kampf der Giganten gegen Zeus [<grch. gigantes ... mehr

Wort  I 〈n. 12u; Sprachw.〉 sprachl. Äußerung des Menschen mit bestimmtem Bedeutungsgehalt, kleinster selbstständiger Redeteil;  ● die Bedeutung eines ~es; die Betonung eines ~es; der Klang eines ~es; den Sinn eines ~es (nicht) verstehen; im wahrsten, im eigentlichen Sinn des ~es ● Wörter auslassen, vergessen (beim Sprechen od. Schreiben); ein ~ richtig, falsch aussprechen; ein ~ richtig, falsch betonen; ein ~ buchstabieren; hier fehlt ein ~; Wörter lernen, wiederholen; ein (neues) ~ prägen; ein ~ (auf einen Zettel, an die Wandtafel) schreiben; sein: dieses ~ ist unübersetzbar; zwei Wörter (in einem Satz) streichen; ein ~ aus einer anderen Sprache, in eine andere Sprache übersetzen ● der Satz besteht aus fünf Wörtern; anschauliches, treffendes, veraltetes ~; sag mir ein anderes ~ für ”Hochmut“!; ein deutsches, englisches ~; einfaches, einsilbiges, mehrsilbiges, zusammengesetztes ~; kurzes, langes, schwieriges ~ ● ich habe den Brief ~ für ~ gelesen ganz genau; ... mehr

Fünk|chen  〈n. 14〉 kleiner Funke ● kein ~ Hoffnung mehr haben; es war kein ~ Begeisterung mehr in ihr

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